Grundlage für weitere Campus-Planungen

Azubi-Campus: AQA erhält Zuschuss für Machbarkeitsstudie aus LEADER-Programm

Main-Kinzig-Kreis. – Ein Azubi-Campus im Main-Kinzig-Kreis soll das Suchen und Halten von Auszubildenden und jungen Fachkräften in Zukunft erleichtern. Das Projekt des Main-Kinzig-Kreises ist getragen von einer breiten Mehrheit im Kreistag, die im Sommer des vergangenen Jahres die kreiseigene Gesellschaft für Arbeit, Qualifizierung und Ausbildung (AQA) mit der Prüfung, Planung und Umsetzung beauftragt hat. Es findet zudem große Unterstützung bei heimischen Betrieben. Als einer der ersten Schritte in der Vorplanung entsteht eine Machbarkeitsstudie für den Standort in Linsengericht-Altenhaßlau, für den der Bedarf genauer ermittelt werden muss. Das ist für die spätere Raumplanung notwendig. Die AQA erhält dafür nun über Spessart Regional einen Zuschuss von rund 31.000 Euro aus dem LEADER-Programm.

„Das Projekt Azubi-Campus verstehen wir als Regionalentwicklung, die in mehrere hochaktuelle Handlungsfelder hineinwirkt“, erklärt Erste Kreisbeigeordnete. „Zunächst einmal verschaffen wir jungen Menschen verlässlich bezahlbaren Wohnraum im aufgeheizten Wohnungsmarkt. Wir bringen sie zudem näher an ihre hiesigen Ausbildungsbetriebe heran, was einerseits Ressourcen spart und den Bezug zur Region stärkt, andererseits aber ganz einfach auch ein Standortfaktor bei der Suche nach Auszubildenden und Fachkräften ist. Und zu guter Letzt wird es ein Baustein für einen attraktiven Berufsschul- und Akademie-Standort in Gelnhausen sein. Wir wollen die Planungen aber schon an einen konkreteren vorhandenen Bedarf anpassen. Dafür brauchen wir die Studie.“

Ganz gleich ob Kleinstbetriebe oder Großunternehmen, ob Handwerk, Industrie, Dienstleistungsunternehmen oder öffentliche Verwaltungen: Die Gewinnung von Auszubildenden gestaltet sich seit Jahren immer schwieriger. Die regionalen Betriebe stehen zunehmend vor dem Problem, dass sie ihre Ausbildungsplätze nicht mit passenden Auszubildenden oder gar nicht besetzt bekommen. „Das verschärft den bestehenden Fachkräftemangel und wird sich in Zukunft wahrscheinlich noch weiter zuspitzen“, so Susanne Simmler, die zugleich Aufsichtsratsvorsitzende der AQA ist.

Der Azubi-Campus soll die ansässigen Betriebe bei der Gewinnung von Auszubildenden unterstützen und den Wirtschaftsstandort stärken. Gleichzeitig soll er dabei helfen, gemeinsam mit der in Gelnhausen neu geplanten Akademie für Pflege und Gesundheit, die Ausbildungszahlen im Bereich der Pflegeausbildung zu steigern. Ebenso wollen die Schulen für Ergotherapie, Logopädie und Physiotherapie in Gelnhausen interessierte junge Menschen für eine entsprechende Ausbildung begeistern. Die AQA und das Kolping-Werk Fulda kooperieren beim Aufbau eines solchen Azubi-Campus, wobei schon bei der Machbarkeitsstudie der Azubi-Campus „pings“ in Fulda als Orientierung dienen kann, ebenfalls betreut durch das Kolping-Werk.

„Das Ergebnis der Machbarkeitsstudie legt den Grundstein für die weiteren Planungen des Azubi-Campus, und die Förderung aus dem LEADER-Programm erleichtert und beschleunigt diese Etappe enorm“, erläutert AQA-Geschäftsführerin Helmtrud Abs. Die Studie soll im Laufe dieses Jahres entstehen.

LEADER ist die Abkürzung von „Liaison entre actions de développement de l’économie rurale“, zu Deutsch: „Verbindung von Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft“. Das LEADER-Programm, ein Förderprogramm der Europäischen Union, widmet sich somit der Regionalentwicklung: Es ermöglicht den Menschen, ihre Regionen gemeinsam und eigenständig weiterzuentwickeln. Für die Förderperiode 2023 bis 2027 hat die Landesregierung 24 LEADER-Regionen in Hessen anerkannt. Seit 2018 gehört die „Region“ Spessart Regional dazu.

Als Motor für den gesamten Entwicklungsprozess sind Lokale Aktionsgruppen verantwortlich. Sie setzen sich aus Kommunen, Vereinen, Organisationen und Interessengruppen unterschiedlicher Bereiche zusammen. Unterstützt werden sie dabei vom Regionalmanagement bei Spessart Regional.

 

Quereinstieg Erzieher/Erzieherinnen

Mutmacher für den ersten Schritt: Maßgeschneiderte Hilfe für Frauen im Main-Kinzig-Kreis

Auf der eigenen beruflichen Laufbahn sehen Frauen sich oftmals Hürden gegenüber, die alleine unüberwindbar scheinen. Die Orientierung wiederfinden, eigene Chancen entdecken und Stärken entfesseln, dabei bietet der Kreis zusammen mit dem Verein „Berufswege für Frauen“ Hilfe an, sogenanntes Female Empowerment – und das kostenfrei.

Main-Kinzig-Kreis. Ob beim Wiedereinstieg nach längerer, familienbedingter Abwesenheit oder bei einer Umorientierung im Berufsleben: Die Unterstützung ist maßgeschneidert. In punktuellen Einzelcoachings und Workshops werden Frauen bestärkt und begleitet, wenn sie beruflich etwas wagen wollen.

„Die Workshops behandeln Berufsorientierung, trainieren digitale Kompetenzen und unterstützen im Bewerbungsprozess“, erklärt Kirsten Walther, Projektleitung bei „Berufswege für Frauen“, im Gespräch mit der GNZ.

„Das bedeutet, dass die Frauen in den Einheiten lernen können, die eigenen Stärken und Fähigkeiten zu erkennen und auszubauen, lernen, sich beispielsweise im Bewerbungsgespräch gut zu verkaufen, und eben auch, was für die berufliche Zukunft wirklich wichtig ist.“

Eine Vision für die eigene Zukunft entwickeln

Wie wichtig das sein kann, weiß Walther aus eigener Erfahrung. So berichtet sie von einer Frau, die eine Führungsposition in einem Unternehmen innehatte, sich aber dann beruflich umorientieren wollte und überzeugt war: Ich kann doch nichts. „Das ist eine tolle Frau. Im Einzelcoaching konnte ihr dann geholfen werden, eine Vision für die eigene Zukunft zu entwickeln und vor allem ihre eigenen Stärken zu erkennen“, erinnert sich Walther.

Diese Einzelcoachings, abseits von den gemeinsamen Workshops, seien ungemein wichtig. „Jede Frau ist anders und hat eine andere Persönlichkeitsentwicklung durchlaufen. In Einzelgesprächen kann genau erkannt werden, wo die Frau Unterstützung braucht.“

Auch Workshops für Finanzen

„Doch die Workshops und Einzelcoachings sind nicht nur etwas für Frauen, die sich umorientieren wollen, sondern auch für Frauen, die fest mit beiden Beinen im Berufsleben stehen“, sagt Grit Ciani, Leiterin des Referats für Frauenfragen und Chancengleichheit beim Main-Kinzig-Kreis. Denn neben den sogenannten Softskills, wie der richtigen Mimik und Gestik im Bewerbungsgespräch, gibt es Workshops, die sich mit digitalen Kompetenzen oder Finanzen beschäftigen.

„Wir bieten eine Einheit gemeinsam mit der Rentenversicherung an, in der wir sensibilisieren, welche Auswirkungen welche Art der Beschäftigung auf die Rente hat. In den Kursen kann Frau sogar etwas über die Vermögensbildung lernen“, ergänzt Kristen Walther.

„Female Empowerment“ ist etwas für jede Frau – und das kostenlos

„Als der Verein ‚Berufswege für Frauen‘ im September 2021 an mich herantrat, erkannte ich sofort, dass das etwas ganz Besonderes für den Kreis ist“, erinnert sich Grit Ciani. „Früher gab es nur Arbeitsförderung im Rahmen von Leistungsbezug. Die Förderkurse sind zwar auch super – aber eben nur für Frauen, die Leistungen wie Bürgergeld beziehen. ‚Female Empowerment‘ richtet sich an jede Frau, egal, wie alt sie ist, egal, in welcher Lebenslage sie sich befindet. Und das auch noch kostenlos.“

Die Schwierigkeit im ländlichen Raum

Vor allem im ländlichen Raum sei es für Frauen manchmal schwer, sich beruflich selbst zu verwirklichen. „Wir kennen viele Frauen, die bemerkenswert tolle berufliche Hintergründe haben, die sich sehr professionell ehrenamtlich engagieren und sich über Jahre hinweg viele Kenntnisse angeeignet haben, die Familien, Vereine, nebenberufliche Interessen und vieles mehr managen. Bei denen sich all dies jedoch nicht in einem entsprechend gut bezahlten Job widerspiegelt.

Gerade Frauen im ländlichen Raum, die bisher nicht wussten, wohin sie sich wenden müssen, um sich beruflich wieder fit zu machen, fanden bisher keine geeigneten Anlaufstellen oder nur Coaching-Angebote, die sehr kostenintensiv sind. Genau diese Lücke wollen wir schließen“, betont Ciani.

Neu: Dreimonatiger Kurs, der Inhalte komprimiert vermittelt

Ganz neu ist ein dreimonatiger Kurs, bei dem Frauen komprimiert Inhalte vermittelt bekommen. „Das ist dann eine feststehende Gruppe von zehn Frauen, die sich zweimal wöchentlich trifft, entweder in Präsenz oder online. Aus dem Kurs kommen sie gestärkt heraus und wissen, was sie können und wo sie hinmöchten“, sagt Kirsten Walther. Begleitet wird der Kurs von einer App, die den Frauen täglich Impulse zum „Female Empowerment“ gibt: „Das sind dann Persönlichkeitsthemen, Tipps für die richtige Kommunikation oder auch Achtsamkeitsübungen.“ Angeboten wird der Kurs in den kommenden zwei Jahren insgesamt viermal, der nächste Kurs startet am 6. Februar, der folgende ist für den Spätsommer geplant.

Eine frühzeitige Anmeldung lohnt sich

„Auch wenn eine Frau im nächsten Kurs noch nicht mitmacht, kann sie sich schon jetzt jederzeit bei ‚Berufswege für Frauen‘ melden, um zu wissen, wo genau der Bedarf besteht“, sagt Grit Ciani. „Das hilft auch uns bei der Planung des nächsten Kurses. Bis dahin können einzelne Workshops von ‚Berufswege für Frauen‘ immer besucht werden.“

In den vergangen beiden Jahren haben 370 Frauen aus dem Main-Kinzig-Kreis an den Workshops und Einzelcoachings teilgenommen. Grit Ciani weiß aus Erfahrung, dass sich viele Frauen, vor allem im ländlichen Bereich, nicht von dem Angebot angesprochen fühlen. „Viele denken sich: ‚Das ist nichts für mich‘. Wir haben Verständnis dafür, dass Frauen, vor allem Mütter oder jene, die Angehörige pflegen, in festen Strukturen stecken. Es kann beängstigend sein, aus diesen Strukturen auszubrechen und familiäre Verantwortung abzugeben.“

Der erste Schritt ist der Wichtigste

Aber sie ist sich sicher: Den ersten Schritt wagen, das lohnt sich. „Der eigene Kompass kann in kleinen Zeitfenstern neu ausgerichtet werden. Eine halbe Stunde beispielsweise, um mit uns ein Telefonat zu führen, kleine Schritte gehen.“

Informationen und Anmeldung

Gefördert wird das Angebot von der Europäischen Union und aus Mitteln des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration, kofinanziert durch die AQA, die Ausbildungs- und Qualifizierungsgesellschaft des Main-Kinzig-Kreises, die sich intensiv an der Planung und der Bekanntmachung des Projekts beteiligt. Der dreimonatige Kurs kann auch online über Zoom besucht werden, der Teilnahme-Link wird nach Anmeldung versendet. Der Kurs startet am 6. Februar, endet voraussichtlich am 14. Mai und findet in aller Regel dienstags und donnerstags von 9 bis 12.30 Uhr statt. Alle weiteren Informationen zum Kurs, zu Workshops, Einzelcoachings, unverbindlicher Beratung und Anmeldemöglichkeiten gibt es auf der Internetseite des Vereins „Berufswege für Frauen“ hier.

GNZ

 

1. Schreibwettbewerb im Main-Kinzig-Kreis für Schüler und Auszubildende „Gleichstellung – reloaded“

Der 1. Schreibwettbewerb dieser Art wird organisiert von den Auszubildenden des dritten Lehrjahres unter der Leitung von Frank G. Klimek.

Gestartet wurde dieses Projekt als Schulprojekt der kaufmännischen Schulen in Gelnhausen. Zunächst nur gedacht für die Schüler dieser Schule, wurde das Projekt schnell erweitert um weitere 35 Schulen im Main-Kinzig-Kreis.

Mitmachen kann jeder Schüler und Azubi im Main-Kinzig-Kreis. Gestartet wurde dieser Wettbewerb Anfang des Jahres. Plakate und Flyer wurden in den Schulen zur Unterstützung und Werbung ausgeliefert. Erste Storys sind bereits über die Adresse www.aqa.de/gib eingegangen.

Das Thema ist „Gleichstellung – reloaded“. Storys zu den Themen Gleichberechtigung, Mobbing, Ausgrenzung, Diskriminierung und Gewalt an körperlich Schwächeren können in vier Kategorien eingesendet werden. Diese sind: unter 12, unter 16, über 16 Jahren und Auszubildende.

Schüler und Azubis sollen eine Story in der Ich-Form oder der dritten Person schreiben. Etwas darüber, wie ein Zusammenleben auf Augenhöhe möglich ist, wie es möglich sein kann seine Meinung frei zu vertreten, so zu sein wie man ist, ohne sich verstellen zu müssen oder wie unterschiedliche Religionen friedlich zusammenleben können. Auch können eigene Erfahrungen der Schüler und Azubis in den Texten verarbeitet werden.

Die Verleihung der Preise wird im Rahmen der 50-Jahrfeier des Main-Kinzig-Kreises im Juli stattfinden. Ein Projekt welches in den nächsten Monaten sicherlich viel Aufmerksamkeit erzeugen wird.

 

Ruhe und Orientierung finden im Café

„Grimm’s Jobcafé“ in Hanau eröffnet: Grundlagen für Berufsvorbereitung schaffen

Main-Kinzig-Kreis. – Der Betrieb im „Grimm’s Jobcafé“ läuft schon seit einigen Tagen, und wer das erste Mal an der Einrichtung in der Hanauer Altstraße 2 vorbeiläuft, könnte es mit einem echten Café verwechseln. „Es ist ganz bewusst ein einladender Ort, der einem Café sehr ähnelt“, erklärte Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler bei der offiziellen Eröffnung, im Beisein der Stadt Hanau, des Kommunalen Centers für Arbeit (KCA) und der gemeinnützigen Gesellschaft für Arbeit, Qualifizierung und Ausbildung (AQA). „Aber natürlich geht es in den Räumen vor allem darum, Menschen eine berufliche Perspektive zu eröffnen und sie dort abzuholen, wo sie leben und wo sie stehen.“

Es ist ein Gemeinschaftsprojekt, das seit Frühjahr dieses Jahres in den leerstehenden Räumlichkeiten entstanden ist. Der Main-Kinzig-Kreis und die AQA hatten nach ihrem ersten Jobcafé in Gelnhausen, das nach Simmlers Worten als „Experiment“ angelegt war, schnell den Entschluss gefasst, auch im Westkreis einen gut gelegenen Standort zu eröffnen. Die Stadt Hanau erklärte sich sofort bereit, passgenaue Immobilien zu finden. Und das KCA und die AQA legten alles daran, den Betrieb so schnell wie möglich aufzunehmen. Dazu waren auch die Auszubildenden der AQA mit ins Boot genommen worden, die im Rahmen ihrer Ausbildung bei Tischler-, Metall- und Malerarbeiten halfen.

„Das ist ein tolles und wertvolles Geschenk für Hanau“, fasste Hanaus Bürgermeister Dr. Maximilian Bieri die Freude über das fertige Ergebnis zusammen. Er wies auf die Nähe zur Innenstadt und die gute ÖPNV-Anbindung hin, gerade auch für Menschen aus den Umlandkommunen. „Für diese Immobilie ist eine sinnvolle Nutzung. Auch über Hanaus Kreisfreiheit 2026 hinaus ist es eine fortlaufende, sinnvolle Einrichtung für unsere Stadt und den Main-Kinzig-Kreis.“

Seitens der AQA stellten Geschäftsführerin Helmtrud Abs und Bereichsleiter Florian Vaupel sowie seitens des KCA Vorstand Gregor Hartsuiker die Ziele und Vorzüge von „Grimm’s Jobcafé“ vor. In der Altstraße 2 sei ein Angebot geschaffen worden, das sowohl Jugendliche und junge Erwachsene als auch Mütter und Frauen anspreche, die mit den üblichen Formaten der Aktivierung kaum erreicht werden. Im Jobcafé sollen sie niedrigschwellig Hilfen und Orientierung erhalten, um einen guten Schritt näher in Richtung Ausbildung oder Arbeit voranzukommen. Dabei helfe die offene und heimelige Atmosphäre in den Räumlichkeiten, die Vertrauen schaffe. „Herauszukommen aus der klassischen Büroumgebung ist als positiver Effekt für eine Beratung nicht zu unterschätzen“, sagte Gregor Hartsuiker. Das Ziel geht also über den Plausch beim Kaffee hinaus: Es sollen die Grundlagen für berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen oder eine Qualifizierung gelegt werden. Eben an leicht erreichbarer Stelle: „Wir sind sehr glücklich über die Lage und die Größe, das ist einfach perfekt, wir konnten sogar einen Büroraum für konzentriertere Gespräche schaffen, wenn das denn passt oder vereinbart worden ist“, erklärte Helmtrud Abs.

Die Klientinnen und Klienten des Kommunalen Centers für Arbeit werden nicht nur gezielt auf das Angebot hingewiesen, sondern es werden auch konkret Treffen und Gesprächstermine in der Altstraße vereinbart. Die Theke im vorderen Bereich des Cafés kann zudem in Seminare integriert werden, etwa rund um gesunde Ernährung – vom einfachen Gespräch über die individuelle Beratung bis hin zur Qualifizierung ist das Jobcafé somit vielseitig nutzbar.

Für Mütter, zumal Alleinerziehende, gibt es vor Ort die Möglichkeit, ihre Kinder zu beschäftigen oder in einer Spielecke spielen zu lassen. Für Jugendliche ist ein altersgemäßer Aufenthaltsbereich weiter hinten in der Immobilie vorbereitet. Diese beiden Gruppen, Frauen und Jugendliche, bilden schwerpunktmäßig die Zielgruppen des Hanauer Standorts. Die Gesprächs- und Öffnungszeiten sind daher auch an den Betreuungs- und Unterrichtszeiten orientiert.

Und was ist mit der „Laufkundschaft“, die auf das schmucke „Grimm’s Jobcafé“ beim Vorübergehen aufmerksam wird? „Wir lassen erst mal jeden Interessierten rein und erklären gerne, was wir hier machen“, sagte Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler, die auch Verwaltungsratsvorsitzende des KCA und Aufsichtsratsvorsitzende der AQA ist. „Inwiefern wir vielleicht bei unserem Kernzweck weiterhelfen können, nämlich der beruflichen Orientierung, das sehen wir dann. Aus den Erfahrungen in Gelnhausen her kann ich sagen: Das Jobcafé kann so viel mehr Menschen beim Ein- und Umstieg im Berufsleben helfen, als es rein durch geplante Gesprächstermine zu erwarten gewesen wäre. Kurz und gut: Unsere Türen sind grundsätzlich offen.“

 

„Ein bilderbuchartiger Karrieresprung“

Erste Kreisbeigeordnete Simmler besucht den ehemaligen AQA-Auszubildenden Markus Kriner, der heute stellvertretender Geschäftsführer der Stiftung Lichtblick ist

Main-Kinzig-Kreis. – Die Weihnachtszeit ist voller märchenhafter Geschichten. Für eine märchenhaft anmutende, aber ganz reale Geschichte hat sich Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler kürzlich Zeit genommen. „Was Markus Kriner in den vergangenen Jahren erlebt hat, ist kaum anders zu beschreiben als ein weiteres tolles und mutmachendes Kapitel in der Geschichte unserer kreiseigenen AQA“, sagte Simmler bei einem Besuch der Stiftung Lichtblick in Hanau.

Bei der Stiftung Lichtblick ist Markus Kriner mittlerweile fest angestellt. Vorausgegangen war eine berufliche Orientierungsphase mit diversen Praktika in Hanau und schließlich einer Ausbildung bei der gemeinnützigen Gesellschaft für Arbeit, Qualifizierung und Ausbildung (AQA) ab Spätsommer 2019. Diese Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagement war „kooperativ“ angelegt, die Praxisteile absolvierte er also bei der Stiftung.

Schon in den ersten Wochen beschrieben die Kolleginnen und Kollegen den Auszubildenden als herausragend und engagiert. Im Probezeitförderplan findet sich der Satz: „Die Ausbildungsleistungen von Herrn Kriner wurden einheitlich mit sehr gut bewertet“. Diese positive Entwicklung setzte sich in der Folge kontinuierlich fort. Trotz schwieriger Umstände durch die Corona-Pandemie blieb der hohe Leistungsstand während der Ausbildung erhalten. Auch die Noten in der Berufsschule spiegelten diese Entwicklung wider. Seit Juli 2022 ist Markus Kriner in einem festen Arbeitsverhältnis bei Lichtblick.

„Und heute“, ergänzte Susanne Simmler bei ihrem Besuch in den Räumen der Stiftung, „ist Herr Kriner stellvertretender Geschäftsführer der Stiftung Lichtblick und bildet sich im Bereich Controlling fort. Außerdem ist er einer der Ansprechpartner für die nächste kooperative Auszubildende bei der Stiftung. Es ist also der bilderbuchartige Karrieresprung vom Klienten über den Auszubildenden hin zum Verantwortungsträger und Wissensgeber für die nächste Generation.“

Nach Markus Kriner hat die Maintalerin Mareike Frischkorn im Sommer vergangenen Jahres eine Ausbildung bei der AQA zur Kauffrau für Büromanagement begonnen, zunächst integrativ, also mit den praktischen Ausbildungsbestandteilen durch die AQA. Im Mai dieses Jahres wechselte sie dann in die kooperative Ausbildung bei Lichtblick, womit auch die Kinderbetreuung für sie besser zu regeln war.

Voll des Lobes äußerte sich Jörg Mair, Geschäftsführer von Lichtblick in Hanau. „Wir wollen Menschen nachhaltig helfen und Perspektiven aufzeigen. Da gehen wir selbst gerne mit gutem Beispiel voran und geben ihnen im Rahmen unserer Stiftungs-Arbeit eine Ausbildung und Beschäftigung. Und die durchweg positiven Erfahrungen, die wir bei Lichtblick gesammelt haben geben uns Recht und sind ja der beste Nachweis für den Sinn und den Erfolg der kooperativen Ausbildung“, sagte Mair.

AQA-Geschäftsführerin Helmtrud Abs bestätigte den Eindruck mit dem Verweis auf die weit überwiegend positiven Rückmeldungen aus anderen Kooperations-Betrieben. „Die Auszubildenden erkennen ihre Chance. Sie können Spuren in einem Unternehmen hinterlassen, die in den meisten Fällen auch eine Übernahme nach der Ausbildung begünstigen. Und für die Unternehmen ist es ein Teil der Bewältigung ihrer Fachkräftesuche“, so Abs.

Der Schlüssel des Erfolgs der AQA-Maßnahmen ist die enge und vertrauensvolle Partnerschaft mit der regionalen Wirtschaft. Eine Reihe von Unternehmen zählt schon seit Jahren zu den Kooperationspartnern der Ausbildung bei der gemeinnützigen Gesellschaft für Arbeit, Qualifizierung und Ausbildung. Die Auszubildenden sind formal bei der AQA beschäftigt: Die AQA zahlt die Ausbildungsvergütung, die Sozialversicherungsbeiträge und die Prüfungsgebühren; in den Betrieben erhalten die Auszubildenden die praktischen Fertigkeiten und sind wie in einem „normalen“ Ausbildungsverhältnis in die alltägliche Arbeit integriert. Das heißt, dass sie an zwei Tagen die Berufsschule besuchen und an drei Tagen in der Regel im Betrieb mitarbeiten. Bei der AQA erhalten die Auszubildenden zusätzlichen Unterricht, um den Schulstoff zu vertiefen und bei Bedarf nachzuarbeiten. Zudem kann Unterstützung in Form von Sozialarbeit in Anspruch genommen werden, je nach individuellem Hintergrund.

Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler, zugleich Aufsichtsratsvorsitzende der AQA, sieht das Potenzial für noch viele weitere Erfolgsgeschichten. „Wir sind immer auf der Suche nach weiteren Betrieben, die sich für die kooperative Ausbildung interessieren. In gut einem Dutzend Berufsfeldern bildet die AQA aus und ist immer offen für Anfragen und Kooperationsangebote. Am Ende profitieren alle vom Erfolg dieser Maßnahmen“, erklärte Simmler. Stellvertretend für alle Betriebe richtete Susanne Simmler einen Dank an Lichtblick-Geschäftsführer Jörg Mair für die Offenheit und das Engagement im Umgang mit den AQA-Auszubildenden.

 

Beim Tischkegeln können auch ältere Menschen „abräumen“

Alten- und Pflegezentren des Main-Kinzig-Kreises erhalten dank Azubi-Projekt 13 Spielgeräte aus der AQA-Holzwerkstatt

Main-Kinzig-Kreis. – Im Alter fällt vieles schwerer als in jüngeren Jahren. Der Alltag, aber auch sportliche Aktivitäten. Damit fallen auch Gelegenheiten für gesellige Stunden weg – wie zum Beispiel das Kegeln. „Viele unserer Bewohnerinnen und Bewohner sind früher gern kegeln gegangen, etliche davon sogar im Kegelverein. Aber mit dem Alter fällt es dann immer schwerer, sich zu bücken oder die schweren Kugeln zu heben“, erklärte Marco Maier, Geschäftsführer der Alten- und Pflegezentren des Main-Kinzig-Kreises im Gespräch mit Erster Kreisbeigeordneter Susanne Simmler und Helmtrud Abs, Geschäftsführerin der kreiseigenen Gesellschaft für Arbeit, Qualifizierung und Ausbildung (AQA), die sich in der Holzwerkstatt der AQA trafen. Dort nahmen sie die erste von den AQA-Azubis gefertigte Tischkegelbahn in Augenschein.

Künftig sollen in allen 13 Einrichtungen der Alten- und Pflegezentren Tischkegelbahnen das Freizeitangebot bereichern. Die APZ hatten bereits eine selbst gebaute Tischkegelbahn in Betrieb, die den Besucherinnen und Besuchern der Freiwilligenmesse im Main-Kinzig-Forum zum Ausprobieren zur Verfügung stand. Auch der AQA-Aufsichtsratsvorsitzenden Susanne Simmler gefiel das Spielgerät so gut, dass im Nachgang beschlossen wurde, dass alle Einrichtungen der APZ eine Tischkegelbahn erhalten sollen. „Die Resonanz war toll. Kein Wunder, denn solche Spielgeräte sind ideal für ältere Menschen, erst recht, wenn sie körperlich eingeschränkt sind. Denn gespielt wird im Sitzen, das beschwerliche Bücken fällt damit weg. Hier kommt es mehr auf Geschick als auf Kraft an. Ich freue mich sehr, dass für alle APZ-Einrichtungen nun Tischkegelbahnen zur Verfügung stehen und hoffentlich auch rege genutzt werden“, sagte Susanne Simmler.

„Für unsere Azubis ist die Fertigung dieser Mini-Kegelbahnen eine tolle Übung abseits der üblichen Produktionen. Sie sehen, wie vielfältig die Arbeit mit Holz ist und dass ihre Arbeit nicht nur einen physischen Wert hat, sondern auch anderen Menschen Freude bringt. Deshalb waren wir gleich einverstanden, uns zu beteiligen und haben das Azubi-Projekt gestartet“, sagte Helmtrud Abs. Die Federführung in der AQA-Holzwerkstatt hatten die Ausbilder Jochen Link und Thomas Zinkhan und Dr. Monika Fingerhut, Koordinatorin Soziale Betreuung APZ.

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Die mobile Tischkegelbahn auf Stuhlhöhe kommt mit einem einfachen Handgriff bis zu den Spielenden. Sie lässt sich in allen Wohnbereichen flexibel einsetzen und bietet auch Menschen mit Einschränkungen die Möglichkeit der aktiven Teilnahme. Das „Kegeln im Sitzen“ ist besonders rückenschonend, fördert Spaß, Gemeinschaft, Konzentration und Motorik und hält für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer schöne Erfolgserlebnisse bereit – egal, ob Kegelprofi oder ungeübt. Gespielt wird mit einem Tennisball. Es gilt, möglichst alle der neun Kegeln zu Fall zu bringen. Ein Schutznetz hinter den Kegeln verhindert, dass Ball und Kegel vom Tisch fallen. „Mit der Tischkegelbahn bereiten wir den Bewohnerinnen und Bewohnern der Altenpflegeeinrichtungen eine vorweihnachtliche Freude, dafür möchte ich allen Beteiligten meinen Dank aussprechen“, erklärte Marco Maier.

 

 

„Gut ausgebildete Kräfte werden dringend gesucht“

52 junge Leute fangen bei der AQA eine Ausbildung an – Erste Kreisbeigeordnete

Main-Kinzig-Kreis. – 52 Auszubildende haben bei der kreiseigenen Gesellschaft für Arbeit, Qualifizierung und Ausbildung ihre Arbeitsverträge unterzeichnet und beginnen eine Berufsausbildung. „Damit haben sie den ersten wichtigen Baustein für die eigene Zukunft gelegt“, sagte Erste Kreisbeigeordnete und AQA-Aufsichtsratsvorsitzende Susanne Simmler bei der Begrüßung der Neuen am AQA-Standort in Gründau-Rothenbergen. Dort blickte sie in die erwartungsvollen Gesichter der Neuzugänge. „Für sie alle heißt es jetzt lernen und sich immer wieder auf Neues einlassen. Dazu gehört es auch, Steine aus dem Weg zu räumen, die das Fortkommen erschweren oder unmöglich zu machen scheinen. Ich möchte Sie alle dazu ermuntern, dran zu bleiben, sich Unterstützung und Rat zu holen, wenn es schwer wird. Ich bin überzeugt, die Mühe lohnt sich“, sagte Susanne Simmler. Eine Ausbildung abzuschließen biete gerade in der aktuellen Situation auf dem Arbeitsmarkt beste Chancen, um beruflich durchzustarten. Denn: „Gut ausbildete Kräfte werden dringend gesucht, Ihnen werden viele Türen offen stehen, deshalb beglückwünsche ich Sie zu der Entscheidung, eine Ausbildung bei der AQA zu absolvieren. Das ist etwas, worauf Sie alle aufbauen können“, machte die Erste Kreisbeigeordnete deutlich. Hier seien die Auszubildenden in guten Händen.

AQA-Geschäftsführerin Helmtrud Abs sprach ebenfalls von einem großen Tag für die Auszubildenden und lobte die gute Zusammenarbeit mit allen Beteiligten, dazu gehört neben den Kooperationsbetrieben auch das kreiseigene Kommunale Center für Arbeit (KCA). Dessen Vorstandsmitglied Gregor Hartsuiker wünschte allen Auszubildenden einen guten Start mit Mut, Zuversicht und Neugierde alles Neue anzupacken.

37 der 52 Auszubildenden absolvieren ihre Ausbildung in AQA-eigenen Werkstätten und erhalten zusätzlich zur Berufsschule Stützunterricht und eine sozialpädagogische Begleitung. Außerdem bietet die AQA 15 Auszubildenden die Möglichkeit, ihre Ausbildung in Kooperation mit einem Ausbildungsbetrieb zu machen. Dabei unterstützt die AQA die Auszubildenden während der gesamten Ausbildung sowohl in der Fach-Theorie als auch bei auftretenden Problemen, während der Kooperationsbetrieb die praktische Ausbildung verantwortet.

Bei dieser Form der Ausbildung bieten die Partnerbetriebe den jungen Menschen eine sichere Zukunftsperspektive und sichern sich zugleich ihren Nachwuchs.

Der Altersdurchschnitt der neuen Auszubildenden liegt bei knapp 26 Jahren. Die gefragtesten Ausbildungsberufe in diesem Jahr sind die Kaufleute für Büromanagement, Fachkräfte für Metalltechnik – Konstruktionstechnik, Verkäufer und Verkäuferinnen sowie Fachkräfte für das Maler- und Lackiererhandwerk.

 

Bestenehrung 2023

Sollte Hätte Könnte Würde  – Machen!

Das ist der Spruch, welcher auf den Begrüßungsmappen der aQa-Azubis aufgedruckt ist. Und zwei Auszubildende haben ihren Abschluss in 2023 nicht nur gemacht, sondern sie haben diesen mit Auszeichnung bestanden – Daiva Butkute und Mirjam Vos (Kauffrauen für Büromanagement).

Letzte Woche fand im Stadthaus in Bruchköbel der feierliche Empfang zur diesjährigen Besteneherung der Industrie und Handelskammer Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern statt. Etwas mehr als 60 Auszubildende aus dem Kreis haben ihre Ausbildung mit der Bestnote 1 abgeschlossen und das in zahlreichen Berufen. Spannende und motierende Reden und ein rechhaltiges Buffet rundeten die Übergabe der Urkunden ab.

In diesem Jahr waren auch wieder einmal zwei aQa-Auszubildende aus dem kaufmännischen Bereich (Kauffrauen für Büromanagement) unter den Geehrten. In diesem Berufsfeld schafften es vier, die Ausbildung mit der Bestnote 1 abzuschließen. Von diesen waren 50 Prozent von der aQa. Daiva Butkute hat ihre Ausbildung intern absolviert und Mirjam Vos kooperativ in einem Partnerbetrieb.

Teilgenommen haben an der Verleihung neben den beiden Ehrengästen auch zwei Ausbilder als geladene Gäste von Frau Butkute und Herr Vaupel, Bereichsleiter Jugendbildung, als Vertreter der aQa GmbH.

 

Befürchtete Änderungen kommen nicht

U25-Reform abgesagt: Erleichterung bei Sozialdezernentin Susanne Simmler.

Main-Kinzig-Kreis. – „Die Entscheidung der Bundesregierung ist eine sehr gute für die berufliche Qualifizierung und individuelle Unterstützung junger Menschen“, erklärt Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler, nachdem Berlin nun davon absieht, die Betreuung von Menschen unter 25 Jahren (U25) von den Jobcentern zu den Arbeitsagenturen zu verlagern.

Der Main-Kinzig-Kreis zeigt sich erleichtert, dass weiterhin die kommunalen Jobcenter zuständig sind und mit ihnen die Netzwerke der Förderung, Betreuung und Ausbildung ihre Arbeit fortsetzen können. „Dieses Zusammenspiel, diese feingliedrige Unterstützung, ist etabliert, erfolgreich und eben nicht per Federstrich zu ersetzen. Insofern freuen wir uns, dass diese Argumente, die wir gemeinsam mit den vielen anderen Optionskommunen in Deutschland und Arbeitsmarktfachleuten vorgetragen haben, letztlich Gehör gefunden haben“, so Simmler.

Der Entscheidung von dieser Woche waren Überlegungen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales vorausgegangen, die U25-Zuständigkeit von den Jobcentern zur Agentur für Arbeit zu verlagern. Formal wäre dies mit einer Gesetzesänderung möglich gewesen, wonach die Qualifizierung, Förderung und Integration der Zielgruppe „U25“ nicht mehr im Bereich des Sozialgesetzbuchs II (SGB II), sondern künftig im Bereich des Sozialgesetzbuchs III gelegen hätte. Die Leistungsgewährung des Bürgergeldes wäre im SGB II verblieben und hätte eine zusätzliche Schnittstelle verursacht. Damit einhergegangen wäre eine Verlagerung der Kosten in die Sozialversicherung – als vorrangiges Ziel zur Entlastung des Bundeshaushalts. Die Kosten wären dann von sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zu tragen gewesen. „Viel gravierender wären die Folgeschäden in der Infrastruktur der Jobvermittlung und bei der Unterstützung junger Menschen gewesen“, verdeutlicht Simmler. „Ganz oft liegen vielfältige Probleme zugrunde, weshalb ein junger Mensch eine Ausbildung abbricht oder keinen Schulabschluss besitzt. Da braucht es nicht nur Expertise im Feld der Jobvermittlung, sondern auch auf vielen anderen Feldern.“

Die Gegenargumente hatten vor wenigen Wochen die Sozialdezernentinnen und -dezernenten aus ganz Hessen in einem Papier pointiert, „im Einklang mit den Beschlusslagen und Erklärungen des Deutschen Landkreistages sowie des Präsidiums des Hessischen Landkreistages“. Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler und Marian Zachow, Erster Kreisbeigeordneter des Landkreises Marburg-Biedenkopf, hatten diese Positionen persönlich in Berlin vorgetragen. Parallel dazu hatten die Optionskommunen unter den heimischen Abgeordneten für eine Fortsetzung der bestehenden Struktur geworben, auch im Main-Kinzig-Kreis. In den vergangenen Wochen hatten zahlreiche Gespräche an den KCA-Standorten in Hanau, Gelnhausen und Schlüchtern, aber ebenso bei der kreiseigenen Gesellschaft für Ausbildung, Qualifizierung Arbeit (AQA). „Ich danke allen, die sich in die Diskussion eingeschaltet und mit unserer Position auseinandergesetzt haben. Gemeinsam haben wir diesen beachtlichen Erfolg erzielt“, sagt Simmler. „Wir werden den Rückenwind nutzen und unsere Kräfte fokussieren, jedem und jeder, die noch keinen Ausbildungsplatz haben, ein Angebot zu machen und dazu eng mit der Agentur für Arbeit zusammenzuarbeiten.“

Erleichterung macht sich auch beim Kommunalen Center für Arbeit (KCA) breit. Die KCA-Vorstände Beate Langhammer und Gregor Hartsuiker erklärten, dass die Entscheidung „nicht nur den Fortbestand der kommunalen Jobcenter und ihrer Kooperationspartner“ sichere. „Wir haben in den vergangenen Jahren Orientierungs- und Qualifizierungsprogramme auf den Weg gebracht, die auf die Bedarfe sowohl der jungen Menschen als auch der regionalen Unternehmen feinabgestimmt waren. Wir konnten eine sehr engmaschige Betreuung und Förderung gewährleisten, die oft erst die Basis für die Vermittlung in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung war. Daran dürfen wir inhaltlich anknüpfen. Das bringt die nötige Planungssicherheit für alle Beteiligten“, so Hartsuiker und Langhammer.

Statt der angekündigten U25-Reform prüft die Bundesregierung nun den Wechsel anderer Zuständigkeiten, etwa für die berufliche Weiterbildung und Rehabilitanden im Bürgergeldbezug. „Wir bleiben an diesen Stellen wachsam und werden uns inhaltlich einschalten, wo rein finanzielle Motive und kein sozial- und arbeitsmarktpolitischer Gewinn zu erwarten sind. Aber auf jeden Fall sind wir fürs Erste zufrieden, dass die befürchteten Änderungen so nicht kommen“, so Simmler.