Messe Wächtersbach

Als Bildungsträger des Main-Kinzig-Kreises und Partner des Kommunalen Center für Arbeit bieten wir Ausbildung und Qualifizierung für Menschen mit Unterstützungsbedarf. Dabei orientieren sich unsere Seminare, Aus-, Fort- und Weiterbildungen eng an den Kenntnissen und Bedürfnissen unserer Teilnehmer*innen und bringen fokussiert Arbeitssuchende, Unternehmen und Institutionen zusammen.

Besuchen Sie uns in Halle 10-11, Stand 1005 und informieren Sie sich gerne über unsere Arbeit!

 

AQA-Aufsichtsrat verabschiedet Vorsitzende Susanne Simmler

Mit einer bewegenden Rede der Geschäftsführerin Helmtrud Abs, im Namen der Beschäftigten und des Betriebsrates, hat sich die gemeinnützige Gesellschaft für Arbeit, Qualifizierung und Ausbildung (AQA) im Rahmen der jüngsten Aufsichtsratssitzung von Susanne Simmler verabschiedet.

Seit Amtsantritt als Erste Kreisbeigeordnete im Jahr 2014 hatte Susanne Simmler die Funktion der Aufsichtsratsvorsitzenden bei der AQA inne und scheidet nun mit ihrem Wechsel zum Landeswohlfahrtsverband zum Monatsende aus diesem Amt. „Mehr als zehn Jahre haben Sie die AQA in ruhigen aber auch in durchaus turbulenten Zeiten auf Kurs gehalten, haben uns stets Rückenwind gegeben und nie ihr Vertrauen in uns und unsere Arbeit verloren“, sagte Abs.

Den guten Wünschen für die Zukunft schlossen sich die weiteren Mitglieder des Aufsichtsrats an. Sowohl mit Blick auf die Entwicklung der AQA selbst wie auch mit besonderem Fokus auf die Klientinnen und Klienten, für die Susanne Simmler stets eine gute, selbstbestimmte Zukunft forderte, habe sich die Erste Kreisbeigeordnete und AQA-Aufsichtsratsvorsitzende verdient gemacht, so Abs.

Die AQA-Geschäftsführerin führte eine Reihe von wichtigen Wegmarken auf. Einige hundert junge Menschen hätten während Simmlers Amtszeit eine Ausbildung abgeschlossen, ebenso mehrere hunderte Erwachsene ihre Qualifizierung und Fortbildung, die dann in wichtigen Zukunftsfeldern eine Beschäftigung gefunden hätten. Nach dem Motto „Gute Ausbildung braucht gute Infrastruktur“ habe Simmler auch die Modernisierung und Digitalisierung des Ausbildungsstandorts Gründau sowie der Außenstellen gestärkt. „Die Herausforderungen und Themen haben sich in den letzten zehn Jahren natürlich gewandelt. Im Wesentlichen hat die AQA sie mit Frau Simmler an der Aufsichtsratsspitze durch viel gegenseitiges Vertrauen, offene Kommunikation und einem vorgelebten Optimismus immer sehr gut gemeistert. Dafür drücken wir unseren Dank und unsere Anerkennung aus“, so Helmtrud Abs.

 

Palettenmöbel für den Fliegerhorst

Besonderes Geschenk aus den AQA-Reihen für Erlenseer Gemeinschaftseinrichtung

Main-Kinzig-Kreis. – Seminarteilnehmer der AQA haben kürzlich auf dem Fliegerhorst-Grundstück in Erlensee ein besonderes Geschenk aufgebaut: Neben den Gemeinschaftseinrichtungen des Main-Kinzig-Kreises und der Stadt stehen nun Sitzgruppen aus Palettenmöbeln. Die Einrichtungen sind seit dem vergangenen Jahr in Betrieb, wobei es im Außenbereich bisher keine vergleichbaren Sitzgelegenheiten gab. Dieser Hinweis erreichte die gemeinnützige Gesellschaft für Arbeit, Qualifizierung und Ausbildung (AQA). Im Seminar „Handwerk erleben – Deine Jobchance“ machte sich eine Gruppe Freiwilliger sogleich ans Werk.

Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler richtete einen Dank an die eifrigen Handwerker. „Für die Menschen, die dort untergebracht sind, ist das eine tolle Sache. Gerade jetzt, wenn das Wetter zum Aufenthalt im Freien einlädt, können sie gemeinsam draußen sein und dort Zeit verbringen. Es ist somit im doppelten Sinne ein Lichtblick in deren Alltag“, so Simmler.

Die Planung und der Bau der Möbel erfolgte in den Werkstätten der AQA in Gründau. Fachanleiter Nils Hagenfeld beriet und unterstützte die Seminarteilnehmer. Zusammen mit der AQA-Geschäftsführung koordinierten die Klienten und er auch den Aufbau in Erlensee. AQA-Geschäftsführerin Helmtrud Abs erklärt, dass das zum Seminarkonzept gehöre. „Der Titel heißt ganz bewusst Handwerk erleben, weil wir mit den Männern und Frauen raus aus der Werkstatt und hin zu den Baustellen wollen. Wir wollen, dass sie sich praktisch ausprobieren und auch Gutes, Sichtbares und Bleibendes produzieren können“, so Abs.

Das Seminar richtet sich an Leistungsempfänger mit und ohne Migrationshintergrund. Der Schwerpunkt liegt, wie der Name vermuten lässt, auf der Orientierung und Qualifizierung im Handwerk, und zwar in den Bereichen Maler, Bau und Ausbau, Fliesen, Holz, Metall, Elektro und Sanitär. Die Teilnehmer haben in der Regel ein entsprechendes berufliches Interesse oder gar Vorerfahrungen in Handwerkstätigkeiten. Sie sollen befähigt werden, eine dauerhafte Tätigkeit im Handwerk aufzunehmen. Dazu gehören zunächst praktische handwerkliche Grundlagen ebenso wie das Erlernen der fachpraktischen Sprache und Praktika in regionalen Handwerksbetrieben. Ziel ist im nächsten Schritt die dauerhafte Vermittlung in Arbeit.

 

Der erste große Schritt ist gemacht

Elf Frauen schließen AQA-Seminar „Karrierestart mit Kind“ erfolgreich ab

Main-Kinzig-Kreis. – Es ist ein feierlicher, ja bewegender Moment im Präsentationsraum der Gemeinnützigen Gesellschaft für Arbeit, Qualifizierung und Ausbildung (AQA) in Gründau. Neben reichlich Wehmut schwingt freudige Erwartung mit, als elf Frauen nach Abschluss des einjährigen Seminars „Karrierestart mit Kind“ ihre Zertifikate entgegennehmen. Der erste große Schritt auf dem Weg in ein möglichst erfülltes Berufsleben ist gemacht. Die Absolventinnen eint, dass sie minderjährige Kinder haben. Während des Seminars mussten sie Kinderbetreuung, Erziehung, Lernen und Arbeiten ohne Hilfe eines Partners oder einer Partnerin unter einen Hut bringen. Die Absolventinnen eint an diesem besonderen Tag aber auch der erfolgreiche Abschluss, der ihnen neue Wege im Arbeitsleben eröffnet. Sie alle haben nun konkrete Perspektiven für ein erfülltes Erwerbsleben. Die Chancen ergeben sich zum einen durch die Unterstützung der Mitarbeitenden des Kommunalen Centers für Arbeit (KCA) und der AQA, zum anderen durch die erworbenen oder vertieften Kompetenzen der Frauen.

KCA und AQA richten das Seminar „Karrierestart mit Kind“ in Kooperation aus und arbeiten dabei gut zusammen. Das Seminar hat zum Ziel, Frauen ins Arbeitsleben zu integrieren. Es bietet ihnen nach einer Einführungsphase einen ausführlichen theoretischen Teil, in dem unter anderem Kommunikationsgrundlagen und EDV-Kenntnisse vermittelt werden. Dazu kommt ein dreimonatiges Praktikum in einem geeigneten Betrieb. Mit diesem Know-how sollen die Frauen zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit, zum Start einer Ausbildung oder einer beruflichen Qualifizierung ermuntert, aber vor allem befähigt, gestärkt und gefördert werden. Zudem besteht die Möglichkeit, während des Seminars den Führerschein zu erwerben, um durch bessere Mobilität die Chance auf einen Arbeitsplatz zu erhöhen.

Von den 15 Teilnehmerinnen haben elf das Seminar abgeschlossen, eine Teilnehmerin beendete es vorzeitig, um eine Arbeit aufzunehmen. Von den elf Absolventinnen befinden sich vier im Bewerbungsprozess für eine kaufmännische Ausbildung, fünf beginnen weiterführende Seminare, zum Beispiel zur Pflegehelferin, und zwei nehmen nun eine berufliche Tätigkeit auf. Carmen Jackel, Bereichsleiterin Erwachsenenbildung der AQA, und Erika Kollmann, Koordinatorin Arbeitsmarkt- und Integrationsprojekte des KCA, gratulierten den Teilnehmerinnen zu dem großen Erfolg, dankten ihnen für das Durchhaltevermögen und wünschten alles erdenklich Gute für die Zukunft. Nachdem die Absolventinnen sich und die Hürden, die zu meistern waren, vorgestellt hatten, trugen sie gemeinsam ein selbstgeschriebenes Gedicht über die als Gruppe verbrachte Zeit vor.

Auch Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler gratulierte den Absolventinnen und sprach ihnen Anerkennung aus: „Sie haben alle durchgehalten und diese Chance genutzt. Sie haben sich vorgenommen, das Seminar trotz ihrer Doppelbelastung zu stemmen, und Sie haben es geschafft. Darauf können Sie stolz sein. Die positiven Erlebnisse und die Erfahrungen, die Sie sammeln konnten, haben Ihre Kompetenz und Ihre Fähigkeiten gezeigt.“ Sie wünschte den Frauen, dass die Welle der Motivation, die durch das Seminar entstanden sei, jede einzelne Absolventin kraftvoll weitertragen möge. „Gehen Sie Ihren Weg mutig und ergreifen Sie Hände, die sich Ihnen entgegenstrecken. Das ist gut für Sie und gut für Ihre Kinder. Sie sind ein großartiges Vorbild für andere“, so Susanne Simmler.

 

Endspurt beim Schreibwettbewerb für SchülerInnen und Azubi

Noch etwa zwei Wochen bleiben interessierten SchülerInnen und Azubis aus dem Main-Kinzig-Kreis, um eine fiktive oder selbsterlebte Story in einer der vier Kategorien (U12, U16, Ü16 und Azubi) zum Thema Gleichstellung einzureichen. Bislang wurden hauptsächlich Texte von SchülerInnen über 16 Jahren eingereicht und das von weniger als 20 % der Schulen im MKK. Aber auch Geschichten von Azubis wurden schon hochgeladen. (Infos unter: https://www.aQa.de/GiB)

Auch Cornelia Ott aus der Jahrgangsstufe 12 am Grimmelshausen-Gymnasium in Gelnhausen hat ihren Text eingereicht. Dieser ist zwar fiktiv und spiegelt nicht das eigene Leben wider, aber es wurden eigene Erfahrungen aus der Teilnahme am Christopher Street Day (CSD) verarbeitet. Geschrieben hat sie diesen für sich, weil sie es liebt kreativ zu schreiben. Sie ist nicht einmal in der Schreib-AG von Bettina Mähler, aber inspiriert teilzunehmen wurde sie durch diese. Bettina Mähler, selbst erfolgreiche Autorin, versteht es die Schüler und Schülerinnen zu motivieren zu schreiben, obwohl das nicht mehr zu den meistgenannten Hobbys unter jungen Menschen zählt. „Ich finde die Idee der Azubis der aQa hervorragend. Ich war 20 Jahre Journalistin und bin seit 2008 Lehrerin, die mit Begeisterung kreatives Schreiben unterrichtet, weil Schreiben mein Beruf war.“

„Bereits im Schuljahr 2020/21 gab es bei uns an der Schule einen Schreibwettbewerb. Natürlich ist es super, wenn Azubis der aQa einen solchen für den Main-Kinzig-Kreis organisieren. Für mich war klar, dass auch Cornelia an diesem teilnehmen wird. So kann sie ihre Kreativität auch hier perfekt einsetzen“, so Tanja Engelhard, Studienleiterin am Grimmels. Überhaupt versteht es die Schule, neben den zu vermittelnden Unterrichtsinhalten, in verschiedensten Projekten die Schüler und Schülerinnen zu fördern.

Erfahren hat Cornelia Ott von diesem Schreibwettbewerb durch in der Schule aufgehängten Plakate. Diese wurden, wie auch die Flyer, von den Azubis der aQa gestaltet und an allen Schulen im Main-Kinzig-Kreis verteilt. Am 6. Mai findet sich dann die Jury aus Vertretern des Main-Kinzig-Kreises, der Autorengruppe ZwanzigZehn, der Sparkasse Gelnhausen, der aQa und des Druck- und Pressehauses Naumann zusammen, um im Jobcafé „Comeback“ in Gelnhausen, die durch die Autorengruppe ZwanzigZehn vorgefilterten Storys zu bewerten (natürlich ohne die Schule oder den Namen der Autorin oder des Autors zu kennen).

Im Juli, im Rahmen der Festivitäten zum 50-jährigen Bestehen des Main-Kinzig-Kreises, findet dann die Prämierung in den vier Kategorien statt. Die Preisgelder werden von der aQa und der Sparkasse Gelnhausen zur Verfügung gestellt. Der Projektleiter Frank G. Klimek hofft, dass in den letzten 14 Tagen noch viele Storys hochgeladen werden, damit es unter den eingesendeten Texten viel zu den Themen Gleichberechtigung, Mobbing, Ausgrenzung, Diskriminierung und Gewalt an Schwächeren zu Lesen gibt. „Ich drücke Cornelia Ott, aber auch den anderen Schreibern und Schreiberinnen, alle Daumen“, so Klimek.

 

Hinweise auf Kindesmissbrauch besser erkennen

Plakataktion der Beratungsstelle Lawine am Hanauer AQA-Standort

Main-Kinzig-Kreis. – Unter dem Motto „Schieb den Gedanken nicht weg“ ist im Oktober eine Plakatkampagne mit einem begehbaren Plakat gestartet, die auf das Thema Kindesmissbrauch aufmerksam machen möchte. Das begehbare Plakat hat nun für zwei Wochen Station am Hanauer Standort der gemeinnützigen Gesellschaft für Arbeit, Qualifizierung und Ausbildung (AQA) gemacht.

Die AQA-Geschäftsführerin Helmtrud Abs berichtete von intensiven und bewegenden Diskussionen rund um das Thema. „Wir sind dem Verein Lawine sehr dankbar, dass wir mit dieser Plakataktion einen wertvollen Diskussions-Anstoß in unserem Haus bekommen haben. Für uns war wichtig, dass wir das Sensibilisieren von Kindesmissbrauch aktiv betreiben, also in diesen zwei Wochen auch alle Menschen bei uns direkt ansprechen wollten“, erklärte Abs.

So diskutierte Nadine Chaudhuri von der Lawine-Beratungsstelle in vier Workshops mit rund 100 Frauen und Männern – Mitarbeitende der AQA wie auch Klientinnen und Klienten – über Warnhinweise zu Kindesmissbrauch, über gesetzliche Rahmenbedingungen und über Auswege für Betroffene. Viele tausend Missbrauchsfälle würden Jahr für Jahr in Deutschland zur Anzeige gebracht, auch aus dem Main-Kinzig-Kreis. Die tatsächliche Zahl liege aber wohl deutlich darüber, so Chaudhuri.

Der Verein Lawine e.V. ist auf Fälle von sexueller Gewalt spezialisiert. Die Fachberatungs- und Anlaufstelle steht Menschen aus Hanau und dem gesamten Main-Kinzig-Kreis offen. Als Teil seiner Arbeit hat der Verein sich darum bemüht, die bundesweite Plakat-Kampagne des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie der Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs in den Main-Kinzig-Kreis zu holen.

Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler, zugleich Aufsichtsratsvorsitzende der AQA, freute sich über die positiven Rückmeldungen auf die Plakataktion. „Wir wollen, dass die Aktion buchstäblich in Erinnerung bleibt, nämlich genau für die Momente, in denen im privaten Umfeld akut Eingreifen und Helfen gefordert ist. Jeder Fall von Kindesmissbrauch ist einer zu viel, jeder verhinderte ein großes Glück für die Zukunft des Kindes“, sagte Simmler bei einem gemeinsamen Besuch des Hanauer AQA-Standorts in der Donaustraße mit Hanaus Bürgermeister Dr. Maximilian Bieri. Der Main-Kinzig-Kreis und die Stadt Hanau hatten den Verein Lawine bei seiner Idee unterstützt, diese Plakate in den Main-Kinzig-Kreis zu holen. Den Betroffenen könne nur geholfen werden, wenn man den Blick auf das direkte Lebensumfeld der Kinder schärfe und sich gut über die Thematik informiere, sagten Simmler und Bieri.

Das begehbare Plakat zeigt einen kleinen Tisch mit gelbem Stuhl, ein paar Kuscheltiere liegen achtlos auf dem bunten Teppich. Es ist ein Kinderzimmer, das auf den ersten Blick wirkt wie jedes andere, das aber zum Tatort wird. Die Aktion solle dazu anhalten, genauer hinzusehen und den Gedanken zuzulassen, dass Kinder und Jugendliche am häufigsten dort missbraucht werden, wo sie Geborgenheit, Sicherheit und Schutz von ihren Bezugspersonen erwarten, in ihrem vertrauten Umfeld, erklärte Nadine Chaudhuri. Zum Plakat-Kinderzimmer gehört auch Infomaterial, das Anlaufstellen nennt und Orientierung gibt.

Die Plakatkampagne macht als Nächstes Station im Kulturforum in Hanau (4. bis 9. März), in der Zehntscheune und im Rathaus in Linsengericht (4. bis 15. März) sowie im Generationentreff Bad Soden-Salmünster (15. bis 27. April).

Das bundesweite Hilfe-Telefon zum Thema sexueller Missbrauch ist unter der Nummer 0800 2255530 zu erreichen.

Der Verein Lawine ist erreichbar im Web unter www.lawine-ev.de, telefonisch unter 06181 256602 sowie per E-Mail an mail@lawine-ev.de. Nähere Informationen zur Plakatkampagne gibt es im Internet auf der Seite www.nicht-wegschieben.de.

Das bundesweite Hilfetelefon gegen Gewalt – Beratung und Hilfe für Frauen ist unter der Nummer 116 016 rund um die Uhr (in 18 Fremdsprachen) erreichbar, ebenso im Web: www.hilfetelefon.de.

 

Wer hat Lust auf einen „Job mit Herz und Zukunft“?

Quereinstieg in den Erzieherberuf leichtgemacht: Infotermine zum einjährigen Vorbereitungsseminar am 13. März und 18. April

Main-Kinzig-Kreis. – „Nie war es einfacher, den Quereinstieg in den Erzieherberuf zu schaffen. Mit unserer vor zwei Jahren gestarteten Kampagne treffen wir einen Nerv, das zeigt das große Interesse an unserem Quereinstiegs-Angebot“, erklärt Kreisbeigeordneter Winfried Ottmann. Das Augenmerk liegt bei der Kampagne „Quereinstieg Erzieher/Erzieherin – Job mit Herz und Zukunft“ dabei nicht nur auf den Jüngeren, sondern auch auf den Älteren, die vielleicht schon längst im Berufsleben stehen, die sich aber gern umorientieren wollen. Das gut einjährige Vorbereitungsseminar kann mit oder ohne Sprachförderung absolviert werden. Es richtet sich an Menschen aus dem Main-Kinzig-Kreis und bereitet die Teilnehmerinnen und Teilnehmer darauf vor, eine praxisintegrierte, vergütete Ausbildung (PivA) an einer Fachschule für Sozialwesen in Gelnhausen oder Hanau aufzunehmen.

„Wir haben nach wie vor einen hohen Bedarf an Fachkräften im Bereich Erzieher/Erzieherin. Mit unserer Kampagne möchten wir auf die Chancen aufmerksam machen, die das Berufsbild bietet. Es ist ein Beruf mit gutem Verdienst, guten Fortbildungsmöglichkeiten und es ist ein zukunftssicherer Beruf. Er ist außerdem familienfreundlich mit geregelten Arbeitszeiten und er lässt viel Gestaltungsfreiheit“, verdeutlicht Winfried Ottmann. Vor allen Dingen sei es aber auch ein schöner Beruf, denn die Arbeit mit Kindern, die aufs Leben vorbereitet werden, sei sehr bereichernd und wichtig, nicht nur für die Kinder selbst, die sehr stark von der frühkindlichen Bildung profitieren, sondern auch für die Gesellschaft. „Denn wer sein Kind betreuen lassen möchte, will gern sicher sein, dass es auch in guten Händen ist“, so Winfried Ottmann. Das Vorbereitungsseminar hilft den Quereinsteigerinnen und Quereinsteigern dabei, vollwertige pädagogische Fachkräften zu werden. Im Anschluss an die Ausbildung ist zudem ein Studium möglich.

Ein wichtiger Baustein ist dabei das große Engagement der Fachschule für Sozialwesen an den Beruflichen Schulen des Main-Kinzig-Kreises in Gelnhausen beziehungsweise der Fachschule für Sozialwesen an der Eugen-Kaiser-Schule in Hanau. Beide beruflichen Schulen bilden Sozialassistentinnen und Sozialassistenten sowie Erzieherinnen und Erziehern aus.

Der Main-Kinzig-Kreis fördert das Vorbereitungsseminar, da dieses einen wertvollen Beitrag zur Fachkräftesicherung leistet. Finanziert wird das Programm durch das Land Hessen und dem Kommunalen Center für Arbeit (KCA). Das Besondere: Die Teilnahme ist nicht an eine leistungsrechtliche Voraussetzung gebunden. Voraussetzung ist mindestens ein Realschulabschluss. Partner des Vorbereitungsseminars ist die kreiseigene Gesellschaft für Arbeit, Qualifizierung und Ausbildung (AQA).

Im März starten wieder die Einstiegsgespräche für das Seminar „Quereinstieg Erzieher/in – Job mit Herz und Zukunft“. Infoveranstaltungen finden statt am Mittwoch, 13. März, um 9 Uhr im Main-Kinzig-Forum Gelnhausen, Barbarossastr. 24, sowie am Donnerstag, 18. April, um 9 Uhr am AQA-Standort in Hanau, Donaustraße 9. Anmeldungen sind bei der AQA möglich unter Telefon (06051) 971035537 sowie über E-Mail erwachsenenbildung@aqa.de. Es können aber auch Interessierte ohne Anmeldung kommen. Das Vorbereitungsseminar geht vom 6. Mai 2024 bis zum 4. Juli 2025 und findet in Gelnhausen statt. Seminarzeiten sind Montag bis Freitag von 8.30 bis 13.30 Uhr. Ein späterer Einstieg für Teilnehmende ohne Sprachförderbedarf ist bis nach den Herbstferien möglich.

 

Grundlage für weitere Campus-Planungen

Azubi-Campus: AQA erhält Zuschuss für Machbarkeitsstudie aus LEADER-Programm

Main-Kinzig-Kreis. – Ein Azubi-Campus im Main-Kinzig-Kreis soll das Suchen und Halten von Auszubildenden und jungen Fachkräften in Zukunft erleichtern. Das Projekt des Main-Kinzig-Kreises ist getragen von einer breiten Mehrheit im Kreistag, die im Sommer des vergangenen Jahres die kreiseigene Gesellschaft für Arbeit, Qualifizierung und Ausbildung (AQA) mit der Prüfung, Planung und Umsetzung beauftragt hat. Es findet zudem große Unterstützung bei heimischen Betrieben. Als einer der ersten Schritte in der Vorplanung entsteht eine Machbarkeitsstudie für den Standort in Linsengericht-Altenhaßlau, für den der Bedarf genauer ermittelt werden muss. Das ist für die spätere Raumplanung notwendig. Die AQA erhält dafür nun über Spessart Regional einen Zuschuss von rund 31.000 Euro aus dem LEADER-Programm.

„Das Projekt Azubi-Campus verstehen wir als Regionalentwicklung, die in mehrere hochaktuelle Handlungsfelder hineinwirkt“, erklärt Erste Kreisbeigeordnete. „Zunächst einmal verschaffen wir jungen Menschen verlässlich bezahlbaren Wohnraum im aufgeheizten Wohnungsmarkt. Wir bringen sie zudem näher an ihre hiesigen Ausbildungsbetriebe heran, was einerseits Ressourcen spart und den Bezug zur Region stärkt, andererseits aber ganz einfach auch ein Standortfaktor bei der Suche nach Auszubildenden und Fachkräften ist. Und zu guter Letzt wird es ein Baustein für einen attraktiven Berufsschul- und Akademie-Standort in Gelnhausen sein. Wir wollen die Planungen aber schon an einen konkreteren vorhandenen Bedarf anpassen. Dafür brauchen wir die Studie.“

Ganz gleich ob Kleinstbetriebe oder Großunternehmen, ob Handwerk, Industrie, Dienstleistungsunternehmen oder öffentliche Verwaltungen: Die Gewinnung von Auszubildenden gestaltet sich seit Jahren immer schwieriger. Die regionalen Betriebe stehen zunehmend vor dem Problem, dass sie ihre Ausbildungsplätze nicht mit passenden Auszubildenden oder gar nicht besetzt bekommen. „Das verschärft den bestehenden Fachkräftemangel und wird sich in Zukunft wahrscheinlich noch weiter zuspitzen“, so Susanne Simmler, die zugleich Aufsichtsratsvorsitzende der AQA ist.

Der Azubi-Campus soll die ansässigen Betriebe bei der Gewinnung von Auszubildenden unterstützen und den Wirtschaftsstandort stärken. Gleichzeitig soll er dabei helfen, gemeinsam mit der in Gelnhausen neu geplanten Akademie für Pflege und Gesundheit, die Ausbildungszahlen im Bereich der Pflegeausbildung zu steigern. Ebenso wollen die Schulen für Ergotherapie, Logopädie und Physiotherapie in Gelnhausen interessierte junge Menschen für eine entsprechende Ausbildung begeistern. Die AQA und das Kolping-Werk Fulda kooperieren beim Aufbau eines solchen Azubi-Campus, wobei schon bei der Machbarkeitsstudie der Azubi-Campus „pings“ in Fulda als Orientierung dienen kann, ebenfalls betreut durch das Kolping-Werk.

„Das Ergebnis der Machbarkeitsstudie legt den Grundstein für die weiteren Planungen des Azubi-Campus, und die Förderung aus dem LEADER-Programm erleichtert und beschleunigt diese Etappe enorm“, erläutert AQA-Geschäftsführerin Helmtrud Abs. Die Studie soll im Laufe dieses Jahres entstehen.

LEADER ist die Abkürzung von „Liaison entre actions de développement de l’économie rurale“, zu Deutsch: „Verbindung von Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft“. Das LEADER-Programm, ein Förderprogramm der Europäischen Union, widmet sich somit der Regionalentwicklung: Es ermöglicht den Menschen, ihre Regionen gemeinsam und eigenständig weiterzuentwickeln. Für die Förderperiode 2023 bis 2027 hat die Landesregierung 24 LEADER-Regionen in Hessen anerkannt. Seit 2018 gehört die „Region“ Spessart Regional dazu.

Als Motor für den gesamten Entwicklungsprozess sind Lokale Aktionsgruppen verantwortlich. Sie setzen sich aus Kommunen, Vereinen, Organisationen und Interessengruppen unterschiedlicher Bereiche zusammen. Unterstützt werden sie dabei vom Regionalmanagement bei Spessart Regional.

 

Quereinstieg Erzieher/Erzieherinnen

Mutmacher für den ersten Schritt: Maßgeschneiderte Hilfe für Frauen im Main-Kinzig-Kreis

Auf der eigenen beruflichen Laufbahn sehen Frauen sich oftmals Hürden gegenüber, die alleine unüberwindbar scheinen. Die Orientierung wiederfinden, eigene Chancen entdecken und Stärken entfesseln, dabei bietet der Kreis zusammen mit dem Verein „Berufswege für Frauen“ Hilfe an, sogenanntes Female Empowerment – und das kostenfrei.

Main-Kinzig-Kreis. Ob beim Wiedereinstieg nach längerer, familienbedingter Abwesenheit oder bei einer Umorientierung im Berufsleben: Die Unterstützung ist maßgeschneidert. In punktuellen Einzelcoachings und Workshops werden Frauen bestärkt und begleitet, wenn sie beruflich etwas wagen wollen.

„Die Workshops behandeln Berufsorientierung, trainieren digitale Kompetenzen und unterstützen im Bewerbungsprozess“, erklärt Kirsten Walther, Projektleitung bei „Berufswege für Frauen“, im Gespräch mit der GNZ.

„Das bedeutet, dass die Frauen in den Einheiten lernen können, die eigenen Stärken und Fähigkeiten zu erkennen und auszubauen, lernen, sich beispielsweise im Bewerbungsgespräch gut zu verkaufen, und eben auch, was für die berufliche Zukunft wirklich wichtig ist.“

Eine Vision für die eigene Zukunft entwickeln

Wie wichtig das sein kann, weiß Walther aus eigener Erfahrung. So berichtet sie von einer Frau, die eine Führungsposition in einem Unternehmen innehatte, sich aber dann beruflich umorientieren wollte und überzeugt war: Ich kann doch nichts. „Das ist eine tolle Frau. Im Einzelcoaching konnte ihr dann geholfen werden, eine Vision für die eigene Zukunft zu entwickeln und vor allem ihre eigenen Stärken zu erkennen“, erinnert sich Walther.

Diese Einzelcoachings, abseits von den gemeinsamen Workshops, seien ungemein wichtig. „Jede Frau ist anders und hat eine andere Persönlichkeitsentwicklung durchlaufen. In Einzelgesprächen kann genau erkannt werden, wo die Frau Unterstützung braucht.“

Auch Workshops für Finanzen

„Doch die Workshops und Einzelcoachings sind nicht nur etwas für Frauen, die sich umorientieren wollen, sondern auch für Frauen, die fest mit beiden Beinen im Berufsleben stehen“, sagt Grit Ciani, Leiterin des Referats für Frauenfragen und Chancengleichheit beim Main-Kinzig-Kreis. Denn neben den sogenannten Softskills, wie der richtigen Mimik und Gestik im Bewerbungsgespräch, gibt es Workshops, die sich mit digitalen Kompetenzen oder Finanzen beschäftigen.

„Wir bieten eine Einheit gemeinsam mit der Rentenversicherung an, in der wir sensibilisieren, welche Auswirkungen welche Art der Beschäftigung auf die Rente hat. In den Kursen kann Frau sogar etwas über die Vermögensbildung lernen“, ergänzt Kristen Walther.

„Female Empowerment“ ist etwas für jede Frau – und das kostenlos

„Als der Verein ‚Berufswege für Frauen‘ im September 2021 an mich herantrat, erkannte ich sofort, dass das etwas ganz Besonderes für den Kreis ist“, erinnert sich Grit Ciani. „Früher gab es nur Arbeitsförderung im Rahmen von Leistungsbezug. Die Förderkurse sind zwar auch super – aber eben nur für Frauen, die Leistungen wie Bürgergeld beziehen. ‚Female Empowerment‘ richtet sich an jede Frau, egal, wie alt sie ist, egal, in welcher Lebenslage sie sich befindet. Und das auch noch kostenlos.“

Die Schwierigkeit im ländlichen Raum

Vor allem im ländlichen Raum sei es für Frauen manchmal schwer, sich beruflich selbst zu verwirklichen. „Wir kennen viele Frauen, die bemerkenswert tolle berufliche Hintergründe haben, die sich sehr professionell ehrenamtlich engagieren und sich über Jahre hinweg viele Kenntnisse angeeignet haben, die Familien, Vereine, nebenberufliche Interessen und vieles mehr managen. Bei denen sich all dies jedoch nicht in einem entsprechend gut bezahlten Job widerspiegelt.

Gerade Frauen im ländlichen Raum, die bisher nicht wussten, wohin sie sich wenden müssen, um sich beruflich wieder fit zu machen, fanden bisher keine geeigneten Anlaufstellen oder nur Coaching-Angebote, die sehr kostenintensiv sind. Genau diese Lücke wollen wir schließen“, betont Ciani.

Neu: Dreimonatiger Kurs, der Inhalte komprimiert vermittelt

Ganz neu ist ein dreimonatiger Kurs, bei dem Frauen komprimiert Inhalte vermittelt bekommen. „Das ist dann eine feststehende Gruppe von zehn Frauen, die sich zweimal wöchentlich trifft, entweder in Präsenz oder online. Aus dem Kurs kommen sie gestärkt heraus und wissen, was sie können und wo sie hinmöchten“, sagt Kirsten Walther. Begleitet wird der Kurs von einer App, die den Frauen täglich Impulse zum „Female Empowerment“ gibt: „Das sind dann Persönlichkeitsthemen, Tipps für die richtige Kommunikation oder auch Achtsamkeitsübungen.“ Angeboten wird der Kurs in den kommenden zwei Jahren insgesamt viermal, der nächste Kurs startet am 6. Februar, der folgende ist für den Spätsommer geplant.

Eine frühzeitige Anmeldung lohnt sich

„Auch wenn eine Frau im nächsten Kurs noch nicht mitmacht, kann sie sich schon jetzt jederzeit bei ‚Berufswege für Frauen‘ melden, um zu wissen, wo genau der Bedarf besteht“, sagt Grit Ciani. „Das hilft auch uns bei der Planung des nächsten Kurses. Bis dahin können einzelne Workshops von ‚Berufswege für Frauen‘ immer besucht werden.“

In den vergangen beiden Jahren haben 370 Frauen aus dem Main-Kinzig-Kreis an den Workshops und Einzelcoachings teilgenommen. Grit Ciani weiß aus Erfahrung, dass sich viele Frauen, vor allem im ländlichen Bereich, nicht von dem Angebot angesprochen fühlen. „Viele denken sich: ‚Das ist nichts für mich‘. Wir haben Verständnis dafür, dass Frauen, vor allem Mütter oder jene, die Angehörige pflegen, in festen Strukturen stecken. Es kann beängstigend sein, aus diesen Strukturen auszubrechen und familiäre Verantwortung abzugeben.“

Der erste Schritt ist der Wichtigste

Aber sie ist sich sicher: Den ersten Schritt wagen, das lohnt sich. „Der eigene Kompass kann in kleinen Zeitfenstern neu ausgerichtet werden. Eine halbe Stunde beispielsweise, um mit uns ein Telefonat zu führen, kleine Schritte gehen.“

Informationen und Anmeldung

Gefördert wird das Angebot von der Europäischen Union und aus Mitteln des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration, kofinanziert durch die AQA, die Ausbildungs- und Qualifizierungsgesellschaft des Main-Kinzig-Kreises, die sich intensiv an der Planung und der Bekanntmachung des Projekts beteiligt. Der dreimonatige Kurs kann auch online über Zoom besucht werden, der Teilnahme-Link wird nach Anmeldung versendet. Der Kurs startet am 6. Februar, endet voraussichtlich am 14. Mai und findet in aller Regel dienstags und donnerstags von 9 bis 12.30 Uhr statt. Alle weiteren Informationen zum Kurs, zu Workshops, Einzelcoachings, unverbindlicher Beratung und Anmeldemöglichkeiten gibt es auf der Internetseite des Vereins „Berufswege für Frauen“ hier.

GNZ