Ausbildung bekommt ein Zuhause
Ausbildung bekommt ein Zuhause
„Meilenstein für den MKK“: Neues Azubiquartier in Altenhaßlau feiert Richtfest
Main-Kinzig-Kreis (jol). Von nichts Geringerem als einem „Meilenstein für den Main-Kinzig-Kreis“ sprach Landrat Thorsten Stolz am Dienstag in Altenhaßlau. Der Anlass war das Richtfest des neuen Azubiquartiers „QU“. Ab 2027 soll das Projekt, das bislang unter dem Namen „Azubi-Campus“ firmierte, bezahlbaren Wohnraum für 151 Auszubildende und dual Studierende bieten.
Die Fortschritte an der Baustelle am Altenhaßlauer Stadtweg waren in den vergangenen Wochen nicht mehr zu übersehen. Das Gebäude für das neue Azubiquartier „QU“ ist auf dem besten Weg, in der geplanten Zeit fertig zu werden. Im Namen des Investors, der KIZ-Gruppe, freute sich André Muth, die gesamte Kreisspitze und zahlreiche weitere Gäste am Dienstag zum Richtfest begrüßen zu können. Der Bauherr freue sich, dabei zu sein, wenn im Main-Kinzig-Kreis daran gearbeitet werde, die duale Ausbildung künftig deutlich attraktiver zu machen.
Landrat Thorsten Stolz nannte das Projekt einen „Meilenstein“: „Wir übernehmen Verantwortung über unsere gesetzlichen Pflichten hinaus“, verwies er darauf, dass das Azubiquartier dabei helfen werde, jungen Menschen in Ausbildung günstigen Wohnraum und eine lebenswerte Umgebung zu bieten. Und: „Es wird dabei helfen, junge Menschen hier zu halten und hierher zu bringen.“
Wie Stolz betonte, sei das Vorhaben ein Schritt im Kampf gegen den Fachkräftemangel. Seit 2022 hätten zunächst die Kreisbeigeordneten Winfried Ottmann und Susanne Simmler und später Jannik Marquart und Andreas Hofmann stets an einem Strang gezogen. „Ich bin glücklich, dass wir gute Mehrheiten im Kreisausschuss und im Kreistag für das Projekt gefunden haben.“
Kreisbeigeordneter Andreas Hofmann nannte denn auch beeindruckende Zahlen zum neuen Quartier: 115 Einzelzimmer sollen für Dauerbewohner zur Verfügung stehen, die eine Ausbildung machen oder ein duales Studium absolvieren. Dazu kommen 18 Doppelzimmer für Berufsschüler im Blockunterricht. Elf Gemeinschaftsküchen, vier Gemeinschaftsräume und eine Dachterrasse sollen das Miteinander der jungen Menschen fördern und die Bewohner animieren, eine „Familie auf Zeit“ zu bilden. Die Ausbildungs- und Qualifizierungsgesellschaft des Main-Kinzig-Kreises (AQA) sorgt für pädagogische Begleitung und wird das Gebäude auch nutzen, um mit weiteren Angeboten die duale Ausbildung zu fördern. So könne eine „Ausbildungscommunity für den ganzen Kreis entstehen“, meinte Hofmann. Dass das Land Hessen das Projekt mit 2,6 Millionen Euro fördert, zeige, dass die deutliche Verbesserung für die Azubis vor Ort sehr willkommen sind.
Und der Zeitplan? „Wir wollen im Spätsommer oder im frühen Herbst 2027 eröffnen“, verriet Investor André Muth. Er dankte allen beteiligten Unternehmen für die Zusammenarbeit. Zudem lobte er die Zusammenarbeit mit Linsengerichts Bürgermeister Albert Ungermann, mit dem die KIZ-Gruppe zuvor das Gewerbegebiet „Vor der Au“ auf den Weg gebracht hatte. Die Erfahrungen, betonte Muth, hätten nun sehr dabei geholfen, mit dem Kreis ein weiteres wichtiges Projekt zu stemmen – auf der anderen Seite der A 66. Als Anerkennung für Ungermanns Beitrag wurde das Richtfest am letzten Tag seiner Amtszeit als Bürgermeister gefeiert. Ein Richtfest für ein Projekt, dessen Strahlkraft weit über die Grenzen der Gemeinde hinausgehe, betonte Landrat Thorsten Stolz. Damit der Wunsch eines reibungslosen und unfallfreien Baus auch in Erfüllung gehen kann, durfte der Richterspruch natürlich nicht fehlen. Martin Schröder übernahm diese Aufgabe gerne und rief: „Die Feierstunde hat geschlagen. Es ruht für heut’ die geübte Hand. Nach harten, arbeitsreichen Tagen grüßt stolz der Richtbaum nun ins Land.“ Allerdings: So ganz ruhten die Hände nicht. Denn während auf der Westseite und im Foyer gefeiert wurde, gingen die Arbeiten im Haus durchgängig weiter, etwa mit dem Einbau der Fenster im südlichen Teil. Das war auch nötig, denn der Zeitplan für das Gebäude mit seiner Nutzfläche von 5.500 Quadratmetern ist eng. Dennoch sind derzeit alle Beteiligten optimistisch, dass die ersten jungen Menschen im Ausbildungsjahr 2027/28 in das Azubiquartier einziehen können.
