151 Plätze im QU Azubiquartier

Das Projekt „QU – Azubiquartier“ bietet jungen Menschen mehr als nur ein Dach über dem Kopf

Linsengericht-Altenhaßlau (jol). Mit rund 50 Besuchern war der Infoabend zum „QU – Azubiquartier“ in der Altenhaßlauer Zehntscheune gut besucht. Astrid Rost und Beatrice Hedrich berichteten, wie die 151 jungen Menschen in dem neuen Gebäude im Stadtweg untergebracht, betreut und ins „echte“ Leben geleitet werden sollen. Bürgermeister Markus Betz und fast alle Besucher sehen das Projekt als große Chance für die Ausbildung im Main-Kinzig-Kreis.

Am Dienstag war es noch Bürgermeister Albert Ungermann, der die Gemeinde Linsengericht beim Richtfest am „QU“ im Stadtweg vertrat. Am Donnerstagabend war es Nachfolger Markus Betz, der sich an die rund 50 Besucher wandte und sie herzlich in der Zehntscheune willkommen hieß. Der neue Rathauschef begrüßte die Entstehung der 115 Einzel- und 18 Doppelzimmer ausdrücklich. „Diese jungen Menschen wollen hier leben. Das ist auch eine Chance für Linsengerichter Vereine“, betonte Betz, bevor er das Wort an die Projektleiterin Astrid Rost übergab. Die gemeinnützige Gesellschaft für Arbeit und Qualifizierung (AQA), vertreten durch die Geschäftsführerin Helmtrud Abs, wird das  QU Azubiquartier betreiben. Frau Rost stellte die Hintergründe vor. Ziel sei es, die duale Ausbildung zu stärken, indem das „QU“ junge Talente in den Kreis lockt und sie beim Start in ein eigenständiges Leben unterstützt. 115 Einzelzimmer sind für sie vorgesehen, die etwa drei Jahre bleiben wollen. Dazu kommen 18 Doppelzimmer für Berufsschüler im Blockunterricht, unter anderem für die Kälte- und Klimamechatroniker an den Beruflichen Schulen Gelnhausen. Mit den Worten „Es werden sechs Pädagogen vor Ort sein“, leitete Astrid Rost zu ihrer Kollegin Beatrice Hedrich über. Die Stellenbesetzung ist laut Angaben der AQA noch offen. In den maximal 515 Euro Warmmiete ist ein Frühstück enthalten.

„Es wird im Foyer angeboten, um dort die Gemeinschaft zusammenzuführen.“ Das sei wichtig, da es ansonsten kleinere Einheiten rund um 11 Gemeinschaftsküchen gibt. Das pädagogische Konzept hat 57 Seiten und liegt derzeit zur Genehmigung im Jugendamt. Es richtet sich danach, den Jugendlichen und jungen Erwachsenen einen guten Weg in ein selbstständiges Leben zu ermöglichen – vom Wäschewaschen über das Kochen bis hin zum Saubermachen. Die eigenen Zimmer und die Gemeinschaftsküchen müssen selbst sauber gehalten werden. Es gebe eine Hausordnung, die die neue Gemeinschaft in einem demokratischen Prozess weiter gestalten könne. Es wird zahlreiche Angebote im „QU“ selbst geben, an denen auch Auszubildende aus dem gesamten Main-Kinzig-Kreis teilnehmen können. Die Lage in Altenhaßlau mit Möglichkeiten, schnell den Bahnhof und Gelnhausen erreichen zu können, sei perfekt. Es werde auch ein Mobilitätsangebot geben, dazu gehöre auch ein Fahrradschuppen.

Die Besucher zeigten sich neugierig und begutachteten neugierig auch die 3D-Modelle der Zimmer, deren Einrichtung von der AQA selbst gebaut werden wird. Bett und Schreibtisch sind die wesentlichen Faktoren. „Es gibt einen Rückzugsort, aber auch viele Orte, an denen man andere treffen kann“, so Astrid Rost über die Gemeinschaftsräume, von denen einige auch selbst von den jungen Leuten gestaltet werden können. Das Konzept stieß auf breite Zustimmung. Lediglich ein Besucher äußerte Bedenken hinsichtlich der Gruppengröße von 151 jungen Menschen im Ort. Bei sechs Pädagogen und dem hohen Zeitaufwand für die Ausbildung selbst, sehen die Verantwortlichen nur ganz wenig Gefahren dafür. Und wenn es Probleme im Ort geben sollte, seien immer Ansprechpartner da, um diese Probleme gemeinsam lösen zu können.

Bericht der GNZ vom 06.07.2026