16.03.2020


Viele Millionen fr Eingliederung     
 
  
                                                                                                                                                                                               

Wie KCA und aQa Langzeitarbeitslose wieder in Lohn und Brot bringen

„So unterschiedlich und individuell wie die Menschen im Leistungsbezug sind, so unterschiedlich gestalten wir auch unser Portfolio an Qualifizierungen, Stabilisierungs- und Orientierungsangeboten.“ Auf diese Formel bringt Susanne Simmler, Verwaltungsratsvorsitzende des Kommunalen Centers für Arbeit (KCA), ihre Integrationsstrategie für Leistungsbezieher im SGB II (umgangssprachlich „Hartz IV“).

Auf fast 14 Millionen Euro beziffert die Sozialdezernentin das Maßnahmenbudget des KCA für 2020. Insgesamt belaufen sich die Eingliederungsmittel des KCA-Jobcenters sogar auf über 19 Millionen Euro, wenn man die Aufwendungen für kommunale Eingliederungsleistungen wie Schuldnerberatung, psychosoziale Betreuung und Suchtberatung sowie das Budget des Projektes SAM (Sozialer Arbeitsmarkt im Main-Kinzig-Kreis) noch in die Betrachtung einbezieht. Wichtigster Partner für das KCA ist die kreiseigene Gesellschaft für Arbeit, Qualifizierung und Ausbildung (aQa), deren Finanzrahmen alleine 11,4 Millionen Euro beträgt. KCA-Vorstand Michael Krumbe erläutert: „Bei unserem Portfolio entfallen über 60 Prozent auf zielgruppenübergreifende Angebote sowie in Summe 40 Prozent für spezielle Maßnahmen zur gezielten beruflichen Förderung von Frauen, Alleinerziehenden, Langzeitleistungsbeziehern und Flüchtlingen.“

Das Portfolio des KCA gliedert die 39 verschiedenen Maßnahmen in fünf Beratungszielebenen sowie eine Kategorie für Sonderprojekte. „Wir starten mit niedrigschwelligen Angeboten, um Arbeitsuchende zu stabilisieren und zu motivieren“, sagt Krumbe und nennt beispielhaft „Bahn frei – in 100 Tagen zum Ziel“ und „Spotlight – Weck‘ Deine Kreativität“. Fast 1.500 Plätze stellt das KCA in dieser Ebene zur Verfügung – über ein Drittel der insgesamt knapp 4.300 verfügbaren Plätze. „Schritt für Schritt entwickeln wir die Menschen im Leistungsbezug weiter, bieten ihnen zunächst grundlegende und später vertiefte berufliche Orientierung, qualifizieren sie für konkrete Berufsfelder und sichern in der finalen Phase den Bewerbungserfolg – etwa mit ‚3W – Mein Weg zum Job‘.“

Natürlich gelte es, die Anforderungen des Arbeitsmarktes im Blick zu haben, ergänzt Simmler. „Wir qualifizieren nicht am Marktbedarf vorbei, sondern legen den Fokus auf Branchen, in denen der regionale Fachkräftemangel besonders ausgeprägt ist“. Beispiele seien Altenpflege, Lager/Logistik, Hotellerie/Gastronomie, Berufskraftfahrer, Sicherheits- und Objektschutz sowie „grüne“ Berufe.

Als weiteres Standbein der KCA-Integrationsstrategie stellt die aQa betriebliche Ausbildungsplätze (BAE) sowohl kooperativ als auch integrativ organisiert, sprich mit Partnerbetrieben und in Eigenregie.

Für 2020 plant das KCA wie in den Vorjahren 80 BAE-Plätze ein. Die Ausbildungsverhältnisse laufen in der Regel über mehrere Jahre, sodass das KCA insgesamt immer rund 160 BAE-Plätze finanziert, wenn man diejenigen berücksichtigt, die bereits in den Vorjahren gestartet sind. Ein zusätzliches Instrument stellen sogenannte Bildungsgutscheine dar. „Diese greifen dann, wenn wir für einen individuellen und speziellen Fortbildungsbedarf kein passendes Angebot im Sortiment haben – beispielsweise ein Lkw-Führerschein oder ein nachgeholter Hauptschulabschluss“, so Krumbe. In den vergangenen Jahren lag das finanzielle Volumen der ausgegebenen Bildungsgutscheine bei 800 000 Euro. Für 2020 kalkuliert das KCA mit einem vergleichbaren Budget.

Aktueller Überblick der Arbeitslosenzahlen:

Die Quote der Arbeitslosen nach dem SGB II verharrt auf einem niedrigen Niveau von aktuell
2,6 Prozent. Das entspricht im Februar exakt 5.954 Arbeitslosen im Main-Kinzig-Kreis. Somit unterschreitet das KCA-Jobcenter nach dem Dezember 2019 erneut die wichtige Schwelle von 6.000 Arbeitslosen. Damit sank die Zahl der Arbeitslosen in den vergangenen Jahren um 13,1 Prozent, während sie im Rechtskreis des SGB III, für den die Agentur für Arbeit verantwortlich zeichnet, im gleichen Zeitraum um knapp 10 Prozent anstieg. In der Folge hat sich der Abstand zwischen beiden Rechtskreisen hinsichtlich der Arbeitslosenzahl um ein Drittel zugunsten des KCA-Jobcenters verringert. Die Anzahl der Leistungsbezieher nach dem SGB II betrug in diesem Zeitraum 23 626 Personen. Dem Jobcenter gelang im Februar, 281 Arbeitsuchende in den Arbeitsmarkt zu integrieren.

Die Zahl der Neuanträge lag bei 479. Im gleichen Zeitfenster nahmen 949 Klienten des KCA- Jobcenters an einer aktiven Arbeitsförderung teil. 2019 konnte das KCA-Jobcenter seinen Klienten
3.800 Maßnahmeplätze anbieten.

 

 

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