11.06.2019


BOK und Sprache img 2742
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Die Beherrschung der deutschen Sprache und eine realistische Berufsorientierung sind die Schlüssel zur erfolgreichen Integration in Arbeit.

Das von der Gesellschaft für Ausbildung, Qualifizierung und Arbeit (AQA) in Gründau durchgeführte Seminar „Berufsorientierung und Sprache“ für Menschen mit Migrationshintergrund, welches der Main-Kinzig-Kreis im Rahmen des Arbeitsmarkbudgets fördert und das über den Europäischen Sozialfonds (ESF) / Land Hessen finanziert ist, unterstützt sie dabei, auf dem deutschen Arbeitsmarkt anzukommen.

Es ist eine besondere Vokabelbox, die in der Gruppe die Runde macht. Begriffe wie „duales Ausbildungssystem“, „Arbeitsvertrag“ und „Mangelberuf“ zeigen klar, womit sich die 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in dieser Aufwärmübung beschäftigen: Sie sprechen, gemeinsam mit ihren Coaches, über den deutschen Arbeitsmarkt.

In den 17 Wochen ihrer Teilnahme, finden sie heraus, wie sie ihre individuellen Stärken und Kompetenzen als Erfolgsfaktoren in den Bewerbungsprozess einbringen können und wie ihre eigene, zielgerichtete Strategie für den Berufseinstieg aussehen kann.

Frau K. erklärt den Begriff „Altenpflege“, ein Berufsfeld, das sie so sehr interessiert, dass sie darüber bereits eine Präsentation gehalten hat. Hier sieht sie ihre berufliche Zukunft. Für den nächsten Schritt dorthin hat sie bereits, gemeinsam mit ihren Coaches einen Lebenslauf erstellt.

Zu Beginn dieser Entwicklung standen eine Vielzahl von Fragen. Etwa: Was waren meine bisherigen Aktivitäten im Berufsleben? Wie passt meine persönliche Berufsbiografie aus meinem Herkunftsland in den deutschen Arbeitsmarkt? Wie kann ich meinen Schul- oder Berufsabschluss in Deutschland anerkennen lassen? Und schließlich: Wo kann ich meine Fähigkeiten erfolgreich einbringen?

Auf ihrem Weg steht den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein Team von erfahrenen Coaches und pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zur Seite. Das Team orientiert sich bei der Umsetzung des modular aufgebauten Unterrichtskonzepts stets an den persönlichen Rahmenbedingungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Das gemeinsame Ziel ist der Abbau von vermittlungshemmenden Faktoren durch die Reflexion der individuellen Lebenssituationen und Fähigkeiten, und eine erfolgreiche Berufswegeplanung.

Um ihre berufspraktische Sprachkompetenz noch weiter zu verbessern, nutzt Frau K. die innerhalb des Seminars angebotene online Selbstlernlösung. „Auch von zu Hause,“ sagt Frau K., „Wir alle lernen auch abends weiter.“

Das Lerntempo und die Lerninhalte werden durch das Engagement der Teilnehmenden individuell bestimmt, denn auch außerhalb der Seminarzeiten ist das Sprachtraining über Smartphone und Internet möglich. Dabei auftretende Fragen werden dann im Seminar durch die Coaches und im täglichen Kommunikationstraining innerhalb der Gruppe geklärt. So verbessern die Teilnehmenden ihr jeweiliges Sprachniveau kontinuierlich. Sobald sie eine neue Sprachniveaustufe des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens (GER) für Sprachen erreichen, erhalten sie das entsprechende Zertifikat als Nachweis.

Das Zusammenspiel von berufsorientierenden und berufsvorbereitenden Modulen, die gemeinsam erarbeitet werden, verbunden mit Sprachförderung und individuellem Coaching sorgte dafür, dass Frau K. nun mit den Rahmenbedingungen des deutschen Arbeitsmarkts vertraut ist. Sie hat ihr Ziel jetzt fest im Blick: „Ich will Altenpflegerin werden,“ sagt sie, „und jetzt weiß ich, was ich kann und wie ich da hinkomme, wo ich hinmöchte!“

 

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