20.08.2018


Susanne Simmler
        Susanne Simmler

 

 

Susanne Simmler zur Lage auf dem Arbeitsmarkt und der bevorstehenden Kreisfreiheit der Stadt Hanau

Anlässlich der Eröffnung des neuen AQA-Standorts  in Gelnhausen sprach die GNZ mit der Ersten Kreisbeigeordneten Susanne Simmler über die Lage auf dem Arbeitsmarkt, die Vermittlung von Langzeitarbeitslosen und die veränderte Situation durch die anstehende Kreisfreiheit der Stadt Hanau.

GNZ: Sind die Eröffnung des neuen AQA-Standorts in Gelnhausen oder auch der anstehende Umzug der Zentralverwaltung der Alten- und Pflegezentren von Hanau nach Rodenbach eine Reaktion des Kreises auf die Hanauer Pläne zur Kreisfreiheit?

Susanne Simmler: Nein, die Pläne für die Umzüge haben wir schon wesentlich länger verfolgt. In Gelnhausen hat die AQA den Standort im Interesse der Klienten vom Lohmühlenweg in Richtung Innenstadt gelegt, um schneller erreichbar zu sein. In Hanau wird derzeit im Wohnstift eine Tagespflege integriert, sodass die Zentralverwaltung weichen musste. Für den Neubau stand in Rodenbach ausreichend Raum zur Verfügung.

Wie bewerten Sie derzeit die Lage auf dem Arbeitsmarkt mit Blick auf die Vermittlung von Langzeitarbeitslosen?

Der Mangel an Fachkräften ist überall ein Thema, insofern sind die Möglichkeiten grundsätzlich gut. Wir dürfen nur niemals außer Acht lassen, dass insbesondere bei Langzeitarbeitslosen oftmals durch die KCA-Mitarbeiter und auch die AQA mehrere Vermittlungshemmnisse aus dem Weg zu räumen sind. Das kann neben der notwendigen berufsfachlichen Qualifizierung die persönliche Lebenslage wie fehlende Kinderbetreuung oder die Mobilitätsfrage, die Sprachbarriere oder auch die grundsätzlich notwendige Bereitschaft zur Arbeitsaufnahme sein. Diese Hindernisse sind allesamt individuell und müssen auch individuell aus dem Weg geräumt werden – erst dann kommt die Arbeitsaufnahme. Und natürlich gibt es zwischen Maintal und Sinntal auch regionale Unterschiede zu beachten. Was beispielsweise in Hanau gut funktioniert, muss in Schlüchtern noch lange kein Erfolgsprojekt sein.

Wie sehen denn die konkreten Zahlen für das KCA aus?

Die Entscheidung, als Landkreis in Eigenständigkeit als Optionskommune tätig zu werden, war goldrichtig. Seit Beginn der Option im Jahr 2005 haben wir mehr als 50 000 Vermittlungen in den ersten Arbeitsmarkt erreicht, davon mehr als 17 000 allein in Hanau. Mehr als 60 000 Qualifizierungen haben Menschen bei uns durchlaufen, davon knapp 16 500 in Hanau. Derzeit kümmern sich knapp 400 Mitarbeiter um die Langzeitarbeitslosen, davon rund 130 allein in Hanau. Bei allen gesellschaftlichen Diskussionen, die es um Hartz IV gibt und aus meiner Sicht auch geben muss, können wir als Main-Kinzig-Kreis mit Fug und Recht behaupten, unser Handwerk sehr gut zu beherrschen. Das zeigt auch die niedrige Arbeitslosenquote von insgesamt 4,1 Prozent.

Die Hanauer Stadtverantwortlichen haben sich in den vergangenen Wochen sehr selbstbewusst gezeigt, was die Übernahme zusätzlicher Aufgaben insbesondere im Sozialbereich angeht. Von mehr Bürgernähe war die Rede, ebenso von fehlendem Kontakt des Kommunalen Centers für Arbeit und Soziales zu Hanauer Firmen. Was sagen Sie als verantwortliche Kreispolitikerin dazu?

Grundsätzlich freue ich mich darüber, dass der soziale Bereich in Hanau von den politisch Verantwortlichen wieder so vermehrt in den Fokus gerät. Das hat sicherlich auch mit der wirtschaftlichen Lage zu tun, die allen Kommunen derzeit wieder mehr Möglichkeiten in dieser Richtung eröffnet. Die Ausbildung, Qualifizierung und Vermittlung beispielsweise von Langzeitarbeitslosen ist nur mit einem guten Netzwerk möglich, über das die KCA im gesamten Main-Kinzig-Kreis verfügt. Die Mitarbeiter leisten dort einen hervorragenden Job. Bürgernähe und die Nähe zu Firmen im Kreisgebiet haben wir in mehr als 20 Jahren aufgebaut und pflegen diese sorgsam. Wichtig ist dabei natürlich auch die enge Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen der Städte und Gemeinden.

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