02.09.2011 


 

Im September vergangenen Jahres starteten das Kommunale Center für Arbeit (KCA) und die Stadt Maintal gemeinsam ein beispielhaftes Projekt für langzeitarbeitslose Männer und Frauen mit Migrationshintergrund. Inzwischen wurden 332 von 450 Personen besonders gefördert und begleitet, um langfristig wieder in das Berufsleben einsteigen zu können.

„Rund ein Drittel der betreuten Personen hat inzwischen wieder eine vollwertige Arbeit“, fassen Landrat Erich Pipa und Bürgermeister Erhard Rohrbach das Zwischenergebnis nach knapp einem Jahr zusammen. Außerdem haben 44 Personen eine geringfügige Beschäftigung angenommen und 40 durchlaufen eine spezifische Fördermaßnahme der Gesellschaft für Arbeit, Qualifizierung und Ausbildung (AQA).

Für weitere rund 100 Personen wurden Integrationskurse, sonstige berufliche Qualifizierungsmaßnahmen oder gemeinnützige Arbeitsgelegenheiten angeboten. Acht junge Leute erhalten eine Ausbildung und 36 Personen werden zunächst wegen anderen sozialer Problemlagen betreut. So wurde erreicht, dass der Anteil der nichtdeutschen Arbeitslosen im Vergleich zur Gesamtentwicklung deutlich gesunken ist. Für Pipa und Rohrbach eine insgesamt positive Entwicklung dieser neuen Kooperation.

Hintergrund des engagierten Projektes von Kreis und Stadt war die Tatsache, dass der Anteil arbeitsuchender Migranten in Maintal besonders hoch liegt. Zum Projektbeginn wurde ein Ausländeranteil unter den Langzeitarbeitslosen von rund 33 Prozent ermittelt. Aktuelle sind es gut 30 Prozent, Kreisweit liegt die Quote bei 28,5 Prozent. Zudem gestalten sich die Berufschancen für Migrantinnen und Migranten sehr schlecht.

Wie zu Beginn des Projektes ermittelt wurde, liegt es unter anderem häufig an mangelnden Sprachkenntnissen oder an fehlenden schulischen und beruflichen Qualifikationen. Zum Teil wurden die in der Heimat erlangten Abschlüsse hier nicht anerkannt. Darüber hinaus verlangt die Betreuungsarbeit mit Migranten einen erheblich höheren Beratungsaufwand, um eine Vertrauens- und damit Arbeitsbasis zu schaffen.

„Nur mit einer spezifischen Betreuung wird es uns gelingen, die Menschen langfristig in den Arbeitsmarkt zu integrieren“, erläutert Pipa das Prinzip der Nachhaltigkeit.

Für das Projekt in Maintal bedeutet das unter anderem kombinierte Maßnahmen zur Sprachförderung und beruflichen Förderung, Motivationstraining, Vermittlung in Praktika, Optimierung von beruflichen Anpassungsqualifizierungen sowie die offensive Beratung zur Inanspruchnahme der Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket.

Im Rahmen des Projektes gibt es monatliche Infotage für Migrantinnen und Migranten, kurzfristige Stärken- und Schwächeanalysen, Kurse zur Entwicklung der sprachlichen Kompetenzen, bei Bedarf auch Hausbesuche sowie ein spezielles Theaterprojekt für Jugendliche. Außerdem haben die Fachkräfte des KCA Region Maintal ihre Kompetenzen durch interkulturelle Fortbildungsangebote gestärkt.

Wie Pipa und Rohrbach erläutern, wurde auch die Zusammenarbeit zwischen Kreis und Kommune noch enger gefasst. Die Entscheidungswege und die Aktivitäten rund um den Hilfeprozess wurden  verkürzt und Angebote und Möglichkeiten besser verzahnt. Als wichtiges psychologisches Element hätten sich vor allem die Gruppenmaßnahmen bewährt. Die gemeinsame Arbeit führe dazu, dass die Männer und Frauen ihre persönliche Situation besser bewerten, Kompetenzen ausbauen und berufliche Chancen erkennen und engagiert nutzen.

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