20.08.2008 


Besuch in Rothenbergen (von links): Aqa-Mitarbeiter Helmut Horn,
Bundestagsabgeordneter Dr. Sascha Raabe, Landrat Erich Pipa,
Prokurist Michael Krumbe und Geschäftsführer Gerhard Freund.

„Der erste Schritt ist gemacht, die weiteren werden jetzt folgen“,

zog der heimische Bundestagsabgeordnete Dr. Sascha Raabe bei seinem Besuch der Gesellschaft für Arbeit, Qualifizierung und Ausbildung (AQA) in Gründau-Rothenbergen eine positive Bilanz. Landrat Erich Pipa hatte Raabe eingeladen, um mit ihm gemeinsam über die Zukunft der Optionskommune Main-Kinzig-Kreis zu sprechen. Außerdem mit dabei: AQA-Geschäftsführer Gerhard Freund und Prokurist Michael Krumbe.

Einig waren sich die Gesprächspartner darüber, dass die einvernehmliche Entscheidung der Minister auf der Sonderkonferenz richtig und notwendig gewesen sei, mit einer Verfassungsänderung sowohl die „Mischgemeinschaften“ aus Bund und Kommunen als auch die alleinige Trägerschaft der Kommunen bei der Betreuung Langzeitarbeitsloser auf rechtlich sichere Beine zu stellen. „Alles andere wäre nur murks gewesen, und den hatten wir jetzt wirklich lange genug“, betonte Pipa.

Dass der Main-Kinzig-Kreis seine erfolgreiche Arbeit bei der Vermittlung Langzeitarbeitsloser fortsetzen könne, sei bei allen Beratungen und Abstimmungen in Berlin stets sein Ziel gewesen, betonte Raabe. Dafür habe er sich auch gegen den Widerstand aus den eigenen Reihen eingesetzt, unterstrich der heimische Bundestagsabgeordnete.

„Diese Entscheidung war aber nur der erste Baustein – wenn auch ein ganz wichtiger“, warnte Landrat Pipa. Jetzt müsse es darum gehen, den Gestaltungsspielraum der Optionskommunen möglichst groß zu halten. „Diese Hürde zu nehmen wird  entscheidend für die zukünftige Arbeit vor Ort sein“, machte der Landrat deutlich.

Pipa und Raabe waren sich einig, dass den Verantwortlichen vor Ort die Möglichkeit gegeben werden muss, flexibel und schnell zu reagieren.

„Jeder regionale Arbeitsmarkt ist unterschiedlich. Qualifizierungsmaßnahmen, die im Main-Kinzig-Kreis Erfolg haben, müssen deswegen in Brandenburg nicht auch automatisch zur Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt führen. Deswegen brauchen wir die dezentrale Entscheidungsfreiheit“, betonte Raabe.

„Wenn in Hanau ein Unternehmer umgehend zehn Kraftfahrer braucht und bei uns anfragt, müssen wir schnell handeln und unsere Langzeitarbeitslosen entsprechend flexibel qualifizieren können. Wenn wir aber erst unzählige Formulare nach Berlin schicken müssen und die Kraftfahrausbildung dann ein halbes Jahr später in Erfurt angeboten wird, werden uns unsere Vorteile genommen“, warnte Pipa.

Es sei wichtig, vielfältige Instrumente zur Rückkehr der Langzeitarbeitslosen in den ersten Arbeitsmarkt zur Verfügung zu haben.

„Wir müssen anders arbeiten dürfen als die Kollegen der Arbeitsagentur, die die Kurzzeitarbeitslosen betreuen“, unterstrich Pipa. Die Vermittlungshemmnisse seien bei Langzeitarbeitslosen andere. „Wir müssen Schulabschlüsse oder Deutschkurse anbieten, wir müssen Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen und besondere Qualifizierungsmaßnahmen anbieten“, zählte Pipa auf. All diese Möglichkeiten müsse der anstehende Gesetzesentwurf berücksichtigen.  

Dr. Sascha Raabe sicherte dem Landrat zu, auch weiterhin in Berlin für die erfolgreiche Arbeit der Optierer einzustehen und den Gesetzesentwurf entsprechend zu begleiten. „Eine Mogelpackung, die die reale  Arbeit der Optierer einschränkt, werden wir uns nicht gefallen lassen“, waren sich Raabe und Pipa einig.

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