29.08.2008 


Andrea Nahles zu Gast bei der AQA: Zu Beginn des Besuches machte die Delegation Halt in der Holzwerkstatt.

„Wenn jeder Landrat sich so stark beim Thema Langzeitarbeitslosigkeit engagieren würde, wären wir mit Sicherheit einen Schritt weiter“, zeigte sich die Bundestagsabgeordnete Andrea Nahles beim Besuch der AQA in Gründau-Rothenbergen beeindruckt von der Vehemenz, mit der Landrat Erich Pipa sich für die gute Fortführung der Arbeit der  Optionskommune einsetzte.

Im Mittelpunkt der Diskussion stand der Referentenentwurf für eine Grundgesetzänderung, mit dem die Arbeitsgemeinschaften (Argen), bestehend aus Bund und Kommunen, und die Optionskommunen, in denen 69 Landkreise die Betreuung der Langzeitarbeitslosen in Eigenverantwortung übernommen haben, auf rechtlich sichere Beine gestellt werden soll.

Der Besuch der Bundestagsabgeordneten und stellvertretenden SPD-Bundestagsvorsitzenden begann mit einem Rundgang durch die Werkstätten. Gemeinsam mit Dr. Sascha Raabe, Bundestagsabgeordneter des heimischen Wahlkreises, AQA-Geschäftsführer Gerhard Freund und Prokurist Michael Krumbe besichtigte Andrea Nahles die Holzwerkstatt. Anschließend diskutierten Pipa, Nahles und Raabe gemeinsam mit rund 150 Gästen, unter anderem Mitarbeiter der AQA, Kreistagsabgeordnete, Firmenvertreter und Bildungsträger.

Landrat Erich Pipa machte sich für eine möglichst große Gestaltungsfreiheit der Kommunen stark. 

„Wir müssen auch nach der Gesetzesänderung schnell und flexibel auf die Anforderungen des heimischen Arbeitsmarktes reagieren können“, machte der Landrat seine Zielsetzung deutlich. Dafür müsse der Instrumentenkoffer, den die AQA-Mitarbeiter anwenden dürfen, angemessen ausgestaltet sein. Dabei machte Pipa deutlich, dass die Maßnahmen, mit denen Kurzzeitarbeitslose wieder fit für den Arbeitsmarkt gemacht werden sollen, für Langzeitarbeitslose auf keinen Fall ausreichen. Genau das sehe aber der Referentenentwurf vor. „Die AQA betreue die Menschen, die schon mindestens ein Jahr mit den Instrumenten für Kurzzeitarbeitslose nicht in Arbeit gebracht worden seien. „Da ist doch logisch und klar, dass wir andere, neue Wege ausprobieren müssen um zum Ziel zu kommen“, verdeutlichte Pipa. Dieser Gestaltungsspielraum beinhalte individuelle Betreuung und passgenaue Vermittlung. „Das ist unser Erfolgsrezept, das muss auch weiterhin möglich sein.“

Sascha Raabe betonte, dass der Main-Kinzig-Kreis bei der Betreuung der Langzeitarbeitslosen ein Leuchtturm sei.

„Die Arbeit der AQA ist erfolgreich“, warb Raabe für Unterstützung. Die erfolgreiche Arbeit hatte Pipa bereits in seiner Multimediapräsentation vorgestellt. Darin hatte er erläutert, dass die Zahl der Langzeitarbeitslosen im Main-Kinzig-Kreis seit Januar 2005 um 38 Prozentpunkte gesunken sei. Aktuell betreut die AQA 7.266 Personen. „Unsere Arbeitslosenquote liegt bei 5,4 Prozent, einschließlich der Langzeitarbeitslosen. Unsere erfolgreiche Arbeit sollte honoriert werden. Der Versuch, unsere Möglichkeiten einzuengen, geht in die völlig falsche Richtung“, fand Pipa deutliche Worte.

Andrea Nahles betonte in ihrem Schlusswort, dass sie die Eindrücke aus dem Main-Kinzig-Kreis mit nach Berlin nehme.

Dort wird in naher Zukunft ausführlich über den Entwurf diskutiert. Bundestagsabgeordneter Dr. Sascha Raabe versprach, sich weiterhin in Berlin für die Optionskommunen stark zu machen.

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